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Westfälisches Landestheater zeigt Schauspiel "Kriegerin" in der Werner-Jaeger-Halle in Nettetal-Lobberich

Lobberich : Theaterstück bannt Jugendliche

Das Schauspiel „Kriegerin“ befasst sich mit rechter Gewalt unter Jugendlichen.

Nicht Nazis seien sie, sondern rechts, verteidigt sich die jugendliche Marisa im Schauspiel „Kriegerin“ auf der Bühne der Werner-Jaeger-Halle in Lobberich. Nun ist Differenzierung ja grundsätzlich etwas Positives. Allerdings: Wichtiger als die Unterschiede sind in diesem Fall wohl doch die Gemeinsamkeiten.

Davon gibt es mehr als genug: Nationalismus, Fremdenfeindlichkeit, Antisemitismus, Gewalt – die Liste lässt sich verlängern. Das Theaterstück von Tina Müller nach dem Film von David Wnendt (2011) taucht tief in dieses unerquickliche Milieu ein. Die Inszenierung von Katrin Herchenröther und das engagierte Spiel der Akteure des Westfälischen Theaters Castrop-Rauxel gehen unter die Haut. Das jugendliche Publikum, vorwiegend Nettetaler Schüleri, ist sichtlich gepackt. Keiner schwätzt, niemand stört, alle folgen gebannt der Aufführung.

Er habe zwar, meint Realschullehrer Stefan Janssen, mit dem Interesse seiner Schüler gerechnet. Aber wie sehr das Stück die Jugendlichen mitnehmen würde, habe er dann doch nicht vorausgesehen. Auch die Situation von jugendlichen Flüchtlinge wird in dem Theaterstück deutlich. Müllers Bearbeitung bleibt eng an der Vorlage.

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Die insgesamt unerfreulichen Charaktere der rechtsradikalen Szene werden differenziert dargestellt. In Marisa (Ina-Lene Dinse) wachsen die Zweifel, ob sie noch auf dem richtigen Weg ist, während Svenja (Johanna Pollet) bereits immer weiter in den Kreislauf von Hass und Gewalt schliddert.

Ein Schuss, innerhalb der Clique auf ein Gruppenmitglied abgefeuert, erzeugt Verunsicherung im Publikum. Plötzlich ist die Bühne dunkel. Ist jetzt Schluss? Man weiß es zunächst nicht. Allmählich wird deutlich: Das Spiel ist aus – aber die gesellschaftliche Problematik besteht weiter. Verdienter Beifall für das Theaterstück und die Akteure.