Nettetal Werbung auf der Plane?

Nettetal · Die Pfarrgemeinde St. Clemens Kaldenkirchen hat einen Förderverein gegründet. Er soll dabei helfen, die 270 000 Euro Eigenanteil zur Sanierung des Kirchturms zu leisten. Dabei will der Verein auch ungewöhnliche Wege gehen.

 Werbung auf der Schutzplane des Gerüstes am Kirchturm in Kaldenkirchen? Der Förderverein stellt dies zur Diskussion.

Werbung auf der Schutzplane des Gerüstes am Kirchturm in Kaldenkirchen? Der Förderverein stellt dies zur Diskussion.

Foto: Busch

Die Pfarre St. Clemens muss 270 000 Euro aufbringen, um ihren Eigenanteil an der Reparatur des Kirchturms zu leisten. Mit den Arbeiten kann nicht gewartet werden, weil die Schäden die gesamte Substanz des Turmes gefährden. Die Pfarre hat am 24. Juni einen Förderverein gegründet, der sich für die Reparatur und den Erhalt des Wahrzeichens der Stadt einsetzt. Kreative Ideen gibt es reichlich, eine dürfte über die Pfarre hinaus für Diskussionen sorgen, wenn sie umgesetzt werden sollte: Die Schutzplane des Gerüstes könnte als Werbefläche dienen.

Die Idee ist nicht neu. So hat bereits die evangelische Gemeinde der Berliner Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche die Plane des Baugerüstes für Werbezwecke freigegeben, um mit den Einnahmen dringend erforderliche Reparaturen zu bezahlen. Auch an St. Michael in Waldniel wurde das Werbeinstrument bei Reparaturarbeiten eingesetzt.

Finanzierungsplan vorlegen

"Die vorhandenen Mittel der Pfarrgemeinde reichen nicht aus, um den Eigenanteil zu leisten", erfuhren Mitglieder im Kirchenvorstand von St. Clemens. Die Gesamtkosten werden aktuell mit rund 750 000 Euro berechnet, wovon das Bistum Aachen etwa 470 000 Euro tragen wird. Das allerdings ist nur dann möglich, wenn der Kirchenvorstand in Kaldenkirchen einen beschlossenen Finanzierungsplan vorlegt. Um ihn abzusichern, müssen alle verfügbaren Mittel ausgeschöpft werden. Dazu gehört heutzutage auch die Generierung von Drittmitteln.

Der Förderverein wird sich um Spender und Sponsoren bemühen sowie Veranstaltungen organisieren und Partner suchen. Eine Überlegung betrifft die Schutzplane am Gerüst als Werbefläche. "Wir werden dazu Kirchenvorstand und Pfarrgemeinderat als Vertretung der Angehörigen der Pfarre befragen", kündigte gestern Fördervereinsvorsitzender Manfred Schomm an. Man werde sehr sensibel vorgehen. Ob ein Geschäft zustande kommt, bleibt abzuwarten. Technische und andere Fragen müssten auch geklärt werden, darauf weist der für Sponsoring zuständige Hans Buschmann hin

Mit viel Fantasie hat der Verein bereits beim Pfarrfest agiert. Er bot Schiefertafeln ab fünf Euro sowie Bruchstücke von Steinen an, die an den Reparaturstellen bereits entfernt worden sind. "Wir sind damit schon sehr zufrieden, hinzu kommt der Erlös des Pfarrfestes", so Schomm.

(RP)
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