Werbering Lobberich: Vorsitzender Thomas Leuf will aufhören.

Lobberich : Werbering Lobberich im Umbruch

Vorsitzender Thomas Leuf wollte zum Jahresende aufhören. Er macht vorerst bis zum 30. Juni weiter.

Thomas Leuf, Vorsitzender des Werberings Lobberich, wollte zum Jahresende aufhören. Die Gründe liegen im privaten Bereich, aber auch die Aufgaben im Werbering haben immer mehr Zeitaufwand mit sich gebracht. Auf der Vollversammlung Ende November gab es aber keinen neuen Anwärter auf diesen Posten. In der Versammlung ließ sich Leuf dazu bewegen, noch einmal bis zum 30. Juni zu verlängern und im Amt zu bleiben, um die Veranstaltungen im Rahmen des Jubiläums 50 Jahre Stadt Nettetal zu begleiten.

Den Werbering trifft es nicht unvorbereitet, aber in generell schweren Zeiten. In den Innenstädten, nicht nur in Lobberich, geht die Kundenfrequenz merkbar zurück. Immer mehr Verbraucher bestellen lieber online. Thomas Leuf verweist auf die vielen Paketdienste in den Straßen. Wenn der Umsatz aus dem lokalen Einzelhandel in den internationalen Versandhandel fließe, habe das direkte Auswirkungen auf die Innenstädte. Stadtfeste werden stets in Verbindung mit verkaufsoffenen Sonntagen gefeiert. Wenn der Einzelhandel diese Aktivitäten nicht mehr leiste, gebe es auch keine Stadtfeste mehr. Ebenso sei es bei der Förderung von Vereinen. Wenn im Einzelhandel immer weniger Geld in die Kasse komme, gebe es auch keinen Spielraum für Spenden oder Sponsorship.

Für einen Werbering wie in Lobberich komme erschwerend hinzu, dass es immer weniger inhabergeführte Geschäfte gebe. Spielwaren Leuf wurde vor 53 Jahren am 4. Januar 1967 von seiner Mutter gegründet. 2010 hat Sohn Thomas das Geschäft übernommen. Seitdem habe die Mutter immer noch weiter hinter der Theke gestanden. Das gehe bald nicht mehr.

Thomas Leuf ist aktuell noch Vorsitzender des Werberings Lobberich. Foto: Heribert Brinkmann

Nicht alle Geschäfte in Lobberich haben den Generationswechsel so geschafft wie Spielwaren Leuf in der Marktstraße. Ein weiteres Problem für einen Zusammenschluss wie den Werbering seien die vielen Filialisten, die im Werbering nicht mitmachen. Generell klagen die Einzelhändler über ein Zuviel an Bürokratie, die Diskussion über die Quittungen und neue Kassensysteme seien ein Beispiel dafür. Die Kosten steigen in allen Bereichen, der Einzelhandel versucht das aufzufangen, indem Personal abgebaut wird. Das führt natürlich für jeden Einzelnen zu immer mehr Arbeitsbelastungen. Das trifft auch für die 52 Mitglieder des Werberinges zu. Ihm gehören nicht nur Einzelhändler an, sondern auch Gastronome, Handwerker und Dienstleister. Leufs Stellvertreter ist Helmut Schatten, Betreiber vom Hotel Stadt Lobberich. Auch er ist ein vielbeschäftigter Mann. Die Arbeit des Werberinges soll sich deswegen verändern. Die Aufgaben sollen auf mehrere Schultern verteilt werden, damit der Aufwand nicht bei ganz wenigen hängenbleibt. Im Team arbeiten, ist jetzt das neue Zauberwort.

(hb)