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Nettetal: Wenn Hunde ihre Herrchen ziehen

Nettetal : Wenn Hunde ihre Herrchen ziehen

Zum zweiten Mal tummelten sich Läufer aus mehreren europäischen Ländern mit ihren Hunden beim Nettetaler Canicross auf den Hinsbecker Höhen. Erstmals waren auch Scooter und Bikes bei den zweitägigen Rennen am Start.

Ziemlich überrascht schauten Spaziergänger auf den Höhen, wenn wieder einmal ein Läufer, gezogen von einem Hund an ihnen vorbeisauste. Bei den zweiten Canicross-Meisterschaften in Nettetal gingen mehr als 80 internationale Teilnehmer an den Start. Canicross ist ein aus Frankreich stammender Sport, in dem ein Läufer mit seinem Hund ein Team bildet. Ein Bauchgurt und eine spezielle Leine am Zuggeschirr des Hundes verbinden das Renngespann. Der Hund muss sich immer vor dem Läufer befinden. So können sehr hohe Geschwindigkeiten erreicht werden.

"Wichtig ist, dass Halter und Hund sich blind vertrauen. Sonst ist die anspruchsvolle Strecke kaum zu bewältigen", erklärt Veranstalter Ingo Babbel. Denn der Trail, wie die Sportler die Rennstrecke nennen, führt die Hundeführer über Waldboden und feuchte Wiesen, durch einen Wassergraben und vorbei an kleineren Hindernissen durch den Hinsbecker Wald. Vor allem enge Passagen und scharfe Kurven stellen Herausforderungen dar.

"Zum Glück sind im Wald überall Hinweisschilder aufgestellt, die Streckenposten unterstützen uns gut", zeigte sich Nina Windhausen begeistert. Die 32-Jährige nahm erst seit rund einem Jahr am Canicross teil und hat schon einige Erfolge zu verzeichnen. Die leidenschaftliche Läuferin belegte bei den Europameisterschaften den achten Rang und gewann in Nürnberg die Deutsche Meisterschaft. Aber auch andere Spitzensportler hetzten über die Höhen. So hatten einige Engländer ihr Lager in Nettetal aufgeschlagen, um vor der Europameisterschaft nächste Woche in der Schweiz noch mal testen.

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"Wir wagen hier in Nettetal den Spagat zwischen Breiten- und Spitzensport. Schließlich wollen wir auch neue Interessierte für unseren Sport begeistern", beschreibt Ingo Babbel die außergewöhnliche Sportveranstaltung. Nachdem alle Läufer mit ihren Hunden die Ziellinie überquert hatten, starteten erstmals in Nettetal auch Bikes und Scooter mit einem oder zwei Hunden. Scooter sind Roller ähnelnde Renngefährte. Die Scooter starteten im Minutenrhythmus. Große langhaarige oder kleine flinke Hunde waren bei den Rennen ebenso vertreten wie athletische Huskys und Windhunde. Meist flitzten die Tiere sofort los, so dass sich die Hundeführer kaum auf ihrem Scooter halten konnten. Aber manchmal setzten sich die Hunde nur unter größter Anstrengung der Musher, wie die Hundeführer genannt werden, langsam in Bewegung. Sobald es aber die Hügel hinunterging, war kein Team mehr zu bremsen. Da es aber auch immer wieder hochging, konnte die rasante Fahrt nicht lange genossen werden. Beim Anstieg zum Galgenberg kamen nicht nur die Vierbeiner ins Schwitzen. Eine Teilnehmerin musste erst einmal eine Pause einlegen. "Dabei sein ist alles", lachte sie erschöpft. Im Ziel wurden alle mit großem Applaus begrüßt. Musher und Zuschauer genossen das gemeinsame Hobby mit den haarigen Freunden.

(mat)