Nettetal: „Wenkbü-el“ an der Spitze

Nettetal: „Wenkbü-el“ an der Spitze

Die Pläne der Stadt Nettetal zur Neugestaltung des alten Marktes in Lobberich begeistern Verkehrs- und Verschönerungsverein und Werbering. Der Linienverkehr wird aus der unteren Hoch- und Marktstraße verbannt.

Mit großer Begeisterung haben der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) sowie der Werbering Lobberich Pläne der Stadt zur Umgestaltung des Marktes aufgenommen. "Es hat nicht eine kritische Stimme gegeben", bestätigt Werbering-Vorsitzender Norbert Backes. "Ich bin überzeugt, dass die Stadt eine ausgezeichnete Planung entwickelt hat."

Innenstadt auffrischen

Seit längerer Zeit bastelt die Stadt an Konzepten, die müde gewordene Innenstadt Lobberichs aufzufrischen. Als die RP vor einigen Jahren bewusst historische Fotos vom alten Markt in Lobberich dem heutigen Zustand entgegensetzte, begannen sofort Überlegungen, ob und wie die vollkommen verkorkste Fläche attraktiver gestaltet werden könnte. Das Gebäudeensemble mit dem alten Rathaus, die dahinter liegende Alte Kirche mit dem Ingenhovenpark waren in den vergangenen Jahren regelrecht von der Innenstadt abgehängt worden. Die frühere Busspur ist an Trostlosigkeit nicht zu übertreffen.

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Der erste Schritt zur Wiedererweckung der alten Lobbericher Mitte ist eingeleitet: Die Verkehrsachse Robert-Kahrmann-, Burg- und Süchtelner Straße wird bereits umgestaltet. Denn so sollen untere Hoch- und Marktstraße entlastet werden. Nach den vorliegenden Plänen ist es der Stadt gelungen, den Linienbusverkehr aus der Marktstraße zu verbannen. "Es gibt eine andere Lösung, zum Doerkesplatz zu gelangen", bestätigt Backes. Damit kann die Oberfläche des Platzes komplett stufenfrei gepflastert werden, eine Busspur aus Asphalt entfällt. Die Fläche wird sehr fußgängerfreundlich gemacht. Es sollen keine Schuhabsätze brechen, und ältere Leute sollen mit den Rollatoren problemlos entlanglaufen können. Das Pflaster wird auch am Kaufland-Gelände verlegt werden. Geplant hat die Stadt eine Querachse als Verbindung vom Doerkesplatz zur Alten Kirche. Ob von der Süchtelner Straße aus in den künftigen Markt eingefahren werden kann, wird sich später entscheiden. Die Stadt wird mit hochstämmigen Bäumen die Linienführung der alten Landstraße nachahmen, so dass ein Platzdreieck vor dem Rathaus entsteht. Die untere Spitze ziert demnächst der vom VVV gestiftete "Wenkbü-el" (Windbeutel), eine selbstironische Symbolfigur für Lobberich. Die Ausschreibung für die Künstler wird bald vorbereitet.

Vom Markt selbst wird "das Blech", also parkende Autos, komplett verbannt. In Queraufstellung werden Parkplätze an der Süchtelner Straße geschaffen. Sie ersetzen auch wegfallende Stellplätze in der Burgstraße. Für Lieferverkehr und Anlieger/Anwaohner sind die Parkplätze an der Alten Kirche auch demnächst noch erreichbar.

(RP)