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Nettetal: Weniger Meldungen über Ärger auf Busfahrten

Nettetal : Weniger Meldungen über Ärger auf Busfahrten

Das Projekt Busbegleiter von Haupt- und Realschule läuft seit zehn Jahren erfolgreich. 20 Schüler sind ausgebildet.

Mut gehört dazu: "Wir müssen bei einem Streit im Bus bereit sein, schlichtend einzugreifen", sagte Gina Maria Jöcken. Die 15-jährige Realschülerin ist eine von 20 Schülern, die als Busbegleiter ausgebildet sind und nun zum Abschluss ihren Ausweis erhielten. Bürgermeister Christian Wagner überreichte sie je zehn Haupt- und Realschülern in Kaldenkirchen. Das Projekt ist inzwischen schulischer Alltag, denn zum zehnten Mal wurden Schüler beider Schulen für ihre Aufgabe ausgebildet.

"In euch wird besonderes Vertrauen gesetzt", spornte Wagner die Schüler an, sollen sie doch helfen, Ärger auf Busfahrten zur und von der Schule. Dafür haben die Achtklässler aus den benachbarten Schulen gemeinsam eine Ausbildung absolviert. Inhaltlich ging es darin um Schwerpunkte wie Zivilcourage oder Deeskalation - und um verpflichtende Regeln: "Wir dürfen uns nicht provozieren lassen und sollen Körperkontakt möglichst vermeiden", erklärte die 14-jährige Realschülerin Eva Sinig.

Für eine "angenehme Atmosphäre" auf Busfahrten sollen die engagierten Schüler sorgen, wie es Wagner formulierte. Im Alltag bedeutet das, dabei helfen, Randale zu vermeiden. Sie sollen vor allem jüngere Fahrgäste vor Mobbing bewahren und ihnen sicheres Ein- und Aussteigen gewährleisten. Sie sollen damit einerseits auch die Busfahrer entlasten und sie andererseits über besondere Vorkommnisse informieren.

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Der Einsatz von Busgleitern scheint sich inzwischen auch spürbar auszuwirken: "Es gibt zwar keine Statistiken, aber die Meldungen über Ärger und Streit auf Busfahrten sind deutlich geringer geworden", zog Klaus Ebler von der Polizeiwache Kaldenkirchen Bilanz der Aktion Busbegleiter. Er begleitet das Projekt seit seinem Anfang. Es gehört zum Landesprogramm Bildung und Gesundheit des NRW-Schulministeriums.

Um die Ausbildung zum Busbegleiter kümmerten sich Hauptschul-Sozialpädagoge Mario Lindgens und Realschullehrer Thomas Röder. Zudem waren neben der Polizei Trainer von Hillmann Reisen, Dormagen, und Busverkehr Rheinland (BVR) Partner der Schulen.

Die Busbegleiter sorgen künftig nicht nur für mehr Sicherheit während der Fahrten, sie profitieren auch selbst: "Die Ausbildung wird im Zeugnis vermerkt, und als Dankeschön gibt's für alle einen Ausflug ins Fantasieland", berichtete Lindgens. Nicht zuletzt stärke das Projekt bei den beteiligten Schülern das Selbstvertrauen. Weshalb Wagner die Schüler ausdrücklich lobte: "Ihr tut etwas für die Gemeinschaft und ihr habt Mut, traut euch etwas zu!"

(jobu)