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Nettetal: Weihbischof verbringt Tag bei der Polizei

Nettetal : Weihbischof verbringt Tag bei der Polizei

Anlässlich seiner Visitation der Gemeinschaft der Gemeinden Nettetal hat der Aachener Weihbischof Karl Borsch auch die Polizeiwache in Kaldenkirchen besucht. Dort informierte er sich über die Arbeit der Beamten.

Beim Gang durch die Gittertüre in den Zellenbereich überkam Weihbischof Karl Borsch dann doch "ein mulmiges Gefühl", sonst habe er ja kaum Kontakt zur Polizei, verriet der Aachener Weihbischof, der im Rahmen seiner Visitation der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Nettetal auch der Polizeiwache in Kaldenkirchen einen Besuch abstattete.

"Ich sehe die Polizei als Freund und Helfer"

Über eine Stunde informierte er sich über die Arbeit der Nettetaler Polizei und zeigte sich dabei interessiert. "Ich sehe die Polizei als Freund und Helfer", sagte er und bedankte sich am Ende bei Polizeihauptkommissar Helmut Anderski, Leiter der Polizeiwache Nettetal, nicht nur für die Führung und das Gespräch, sondern auch für die wichtige Aufgabe, die die Polizei in der Gesellschaft wahrnehme. Zuvor hatte sich der Weihbischof die Schaltzentrale der Polizeiwache und die verschiedenen Aufgaben eines Wachdienstleiters von Klaus Ebler erläutern lassen.

Gleichzeitig hatte er sich ein Bild über den technisch modernen Stand der Einsatzzentrale gemacht. "Über Funk hat man alle Polizei-Einsätze kreisweit sowie sämtliche Standorte der Polizeifahrzeuge mit einem Blick auf den Monitor im Visier, hier läuft alles zusammen", sagte Klaus Ebler. "Insgesamt haben wir mit den Einsatzorten Nettetal, Brüggen, Bracht, Niederkrüchten und Elmpt eine große Fläche zu bestreifen", erklärte Helmut Anderski, "mindestens zwei Streifenwagen müssen dabei im Einsatz sein".

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"Woran erkennt man denn Drogenabhängige?"

Dass gerade in Kaldenkirchen die Nettetaler Polizeiwache eingerichtet wurde, hinge mit der Nähe zur holländischen Grenze zusammen. Täglich würden fünf Blutkontrollen durchgeführt. "Fahrten unter Drogenkonsum nehmen zu", sagte Anderski. Allerdings sei man in Nettetal inzwischen sehr drogenerfahren. "Woran erkennt man denn Drogenabhängige?", wollte der Weihbischof wissen. "Dafür haben wir mit der Zeit einen Blick bekommen", sagten die Polizeibeamten.

Als die Sprache auf die durchschnittlich fünf Verkehrsunfällen pro Tag kam, wurde der Weihbischof erneut neugierig: "Fährt man in Nettetal so wild?", fragte er schmunzelnd. Polizeihauptkommissar Anderski wiegelte ab: "Die liegen durchaus im Landesdurchschnitt", antwortete er.

Wichtiges Thema: Seelsorge im Polizeidienst

Ein wichtiges Thema war für den Weihbischof war die Bedeutung von Religion und Seelsorge innerhalb des Polizeidienstes. "Stoßen sie manchmal an Grenzen, wo seelsorgerischer Beistand notwendig ist?", wollte er wissen. "Das ist innerhalb der Polizei ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit", stellte Helmut Anderski fest. Besonders bei tödlichen Unfällen und bei Überbringungen von Todesfällen gerieten gerade junge Polizisten an ihre Grenzen. Polizeiseelsorger Michael Hennen, der wie GdG-Leiter, Pfarrer Günter Puts, beim Besuch der Polizeiwache anwesend war, berichtete aus seiner Erfahrung. "Ein Polizist muss zuerst einmal selbst mit solch einer Situation umgehen können", sagte er.

"Gibt es ein typisches Polizei-Profil?", erkundigte sich der Weihbischof abschließend. Fernsehkrimis seien weit weg von der Realität. "Man muss die Krimis im Fernsehen als Unterhaltungswert ansehen, Figuren bestimmen das Bild", sagte Horst Kall vom Erkennungsdienst der Polizei. "Wie auch bei der Kirche und der Person des Bischofs", stellte Weihbischof Karl Borsch fest. Hinter seiner Person vermute man oftmals einen rundlichen und kleinen Bischof.

Dass dies nicht der Fall ist, davon können sich während seiner Visitation die Mitglieder der katholischen Pfarrgemeinden innerhalb der GdG Nettetal in den nächsten Tagen selbst ein Bild machen.

(RP)