Nettetal: Weidenbörse in Baerlo lockt rund 600 Besucher

Nettetal : Weidenbörse in Baerlo lockt rund 600 Besucher

Zu sehen waren zahlreiche Weidenarten und zahlreiche Produkte, die daraus gefertigt werden

Auf dem Landschaftshof Baerlo gibt es 20 verschiedene Kulturweidensorten. Diese konnten Besucher am Wochenende bei den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz im Kreis Viersen bestaunen. Die Resonanz war mit rund 600 Menschen ähnlich groß wie im Vorjahr. In den Jahren zuvor war sie mit rund tausend Besuchern allerdings noch deutlich höher ausgefallen.

Unter den 600 Besuchern ist auch Familie Moriani. Sie ist zum ersten Mal bei der Weidenbörse und ist begeistert von der unberührten Natur. "Wir haben auch gehört, dass es Mittwoch hier einen Kursus zum Weidentipi-Bau gibt, das ist sehr interessant", sagt Jeres Moriani.

Auch Weidenruten wurden bei der Weidenbörse zum Kauf angeboten. "Daraus könnte man dann auch Flechtzäune machen", nennt Bernd Rosenkranz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft, ein Beispiel.

Korbflechter Reinhard Drawz zeigt den Besuchern, was man aus den Weidenruten noch alles herstellen kann - und das sind nicht nur Körbe, sondern auch "Vogelhäuser, Beeteinfassungen, Rankhilfen", sagt Drawz. Seit vielen Jahren leitet er am Landschaftshof die beliebten Korbflechter-Kurse. Für die Weidenbörse hat er mit anderen Korbflechtern allerlei Produkte hergestellt.

Auf dem Landschaftshof wachsen verschiedene Arten von Weiden, darunter auch seltene wie die eher ungewöhnliche "schwarze Weide". "Die hat ganz feine Äste", erklärt Bernd Rosenkranz. "Diese nimmt man für Feingeflechte, um kleine Handkörbchen herzustellen." Auch die Silberweiden liegen bündelweise zum Verkauf bereit.

Eine der begehrtesten Arten ist die "amerikanische Weide", die 1879 ein schlesischer Korbmacher aus Amerika nach Deutschland schmuggelte und erfolgreich anpflanzte. "Die ist zum Flechten sehr gut geeignet", sagt Bernd Rosenkranz. Die amerikanische Weide wird bis zu 20 Meter hoch, als Blütenstände werden bis zu acht Zentimeter lange, zylindrische und gestielte Kätzchen gebildet. Eine Seltenheit ist zudem der Kopfweidenwald. Um hochwertige Weidenruten zu gewinnen, werden die Stecklinge mit einem Meter Abstand zueinander gepflanzt. Das lässt die Triebe steil nach oben wachsen und das gibt gerade Ruten, die wertvoll für die Flechter sind.

Eine weitere Neuerung steht am Landschaftshof mit mehr Barrierefreiheit bevor: Am Mittwoch, 15. März, soll der von der NRW-Stiftung Naturschutz, Heimat- und Kulturpflege gestiftete Holzsteg zum Hofteich auf dem Landschaftshof Baerlo feierlich eröffnet werden. "Der ist dann auch für Rollstuhlfahrer geeignet", sagt Rosenkranz.

(janj)
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