Nettetal: Weichen für Werner-Jaeger-Preis gestellt

Nettetal: Weichen für Werner-Jaeger-Preis gestellt

In Erinnerung an den vor 125 Jahren in Lobberich geborenen Altphilologen und Humanisten Werner Jaeger wird ein Wissenschaftspreis gestiftet, der auf die Stadt abstrahlen soll.

Seit 1958 trägt das Lobbericher/Nettetaler (Pro-)Gymnasium den Namen Werner Jaegers. Zur 125. Wiederkehr seines Geburtstages am 30. Juli 1888 soll der Gebäudekomplex "An den Sportplätzen" nach den Sommerferien auch ein Namensschild erhalten. Immerhin wird an der Aula der Schule auch nach außen schon dokumentiert, dass es sich hier um die Werner-Jaeger-Halle handelt. Auch will der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Lobberich eine Erinnerungstafel an Jaegers Geburtshaus, Breyeller Straße 40, anbringen lassen. Er wartet allerdings noch auf die Zustimmung des türkischen Besitzers, der für längere Zeit auf Reisen ist.

Pünktlich zum Jubiläumsgeburtstag aber kann der Jurist und Historiker Marcus Optendrenk melden, dass die Weichen für einen "Werner-Jaeger-Preis" gestellt sind, mit dem "herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Altertumswissenschaften und der Erforschung des Humanismus" gewürdigt werden sollen. Der CDU-Landtagsabgeordnete hat in den vergangenen Monaten nicht nur örtliche Vereine und Institutionen für diese Idee gewinnen können, sondern auch den Deutschen Altphilologenverband und die Gesellschaft für antike Philosophie.

Der Preis, bestehend aus einer Medaille und einem Geldbetrag, soll 2014 und dann alle drei Jahre in zwei Kategorien verliehen werden: für Nachwuchswissenschaftler und für gestandene Koryphäen des Fachs. Für ein Kuratorium, das die Preisträger benennt, hat Optendrenk schon jetzt die Professoren Stefan Kipf (Humboldt-Universität Berlin), Christoph Horn (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn) und Hans-Ulrich Baumgarten (Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf) gewonnen. Die Preisverleihung in der Werner-Jaeger-Halle soll begleitet werden von einer wissenschaftlichen Tagung auf Schloss Krickenbeck.

  • Nettetal : Werner-Jaeger-Preis geht erstmals auch an Schüler

Optendrenk wies vor der Presse darauf hin, dass es Jaeger immer darum gegangen sei, "junge Menschen lebenstüchtig zu machen". Deshalb komme es immer wieder darauf an, Bildung aus christlich-humanistischer Sicht und antiken Vorstellungen in die jeweilige Zeit zu übersetzen. Dass seine Ideen "heute aktueller als je sind", zeige auch die wissenschaftliche Tagung "Werner Jaeger: Wissenschaft, Bildung, Politik" vom 26. bis 28. September 2013 an der Humboldt-Universität. Es sei spannend zu verfolgen, wie Jaegers "3. Humanismus", in seinen Berliner Jahren entworfen, hundert Jahre später in Wissenschaft und Didaktik diskutiert werde.

Für das Werner-Jaeger-Gymnasium ist es mehr als selbstverständlich, die Preisverleihungen aktiv zu begleiten, versicherte Oberstudiendirektor Hartmut Esser, schon in jungen Jahren mit Latein und Altgriechisch vertraut. Schulorchester und -chor werden mitwirken, Jaegers Gedanken sollen aber auch im Philosophie-Unterricht behandelt werden. Bei Essers Stellvertreter Johann Leeven "geht kein Schüler aus dem Lateinunterricht heraus, der nicht etwas mit Werner Jaeger verbinden kann".

Als ein gewichtiges Element, die Stadt nicht nur über niedrige Gewerbesteuern, sondern auch als Bildungsstandort ins Gespräch zu bringen, sieht Ralf Stobbe den Preis. Als Geschäftsführer des Lobbericher VVV und Nettetaler Wirtschaftsbotschafter ("Habe Lobberich im Herzen, aber Nettetal im Sinn") holte er auch die anderen Verkehrsvereine mit ins Boot, die den Preis ideell unterstützen. Für die materielle Unterstützung sorgen Stiftungen, Verbände und Firmen. FRAGE DES TAGES

(mm)