Nettetal: Wege in die Ortsgeschichte

Nettetal: Wege in die Ortsgeschichte

Greta van der Beek und Dr. Theo Optendrenk haben 18 sehenswerte Orte in Lobberich und Umgebung ausgewählt und für eine Broschüre des VVV beschrieben. Sie ist bestens für einen Rundgang zu historischen Stätten geeignet.

Das Interesse an der Geschichte und ihren noch vorhandenen Spuren in den Ortschaften wächst. Die Menschen wollen nicht mehr unbedingt alles Wissenswerte lesen, sondern möglichst selbst sehen und erfahren. Darauf hat jetzt auch der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) in Lobberich reagiert. Er gab die von Dr. Theo Optendrenk und Greta van der Beek verfasste Broschüre "Rundgang Historisches Lobberich" heraus. Zusammengetragen haben die fachkundigen Autoren darin 18 Stationen, in denen sich 1022 Jahre Lobbericher Geschichte widerspiegeln.

Elf Objekte sind gut zu Fuß vom Ausgangspunkt Rathaus am Doerkesplatz aus erreichbar. Für den Besuch der Stationen 12 bis 18 (Hagelkreuzkapelle, Burg Bocholtz, Koth-, Nelsen-, Gartz- und Lüthemühle sowie die Pestkapelle Sassenfeld) wird das Fahrrad empfohlen. In zwei Karten sind Fuß- und Radwege eingezeichnet. Dazu kommt die Kopie einer historischen Karte "Abris des Kierspils Lobbrich" vom 10. Januar 1646.

Günstige Lage an der Nette

Zum ersten Rundgang nach der Broschüre luden die Autoren während des Ferkesmarktes ein. VVV-Vorsitzender Christian Weisbrich rief in Erinnerung, dass Lobberichs Lage an der römischen Heerstraße von Köln nach Xanten sowie die Nette und ihre Nebenbäche wesentlichen Einfluss auf die Entwicklung der Siedlungsgeschichte hatten. Etliche Teilnehmer wanderten gerne mit durch den Ort, um sich zusätzliche Informationen vermitteln zu lassen.

  • Nettetal : Lobbericher Turm steht zum Verkauf

Daraus entwickelte sich ein Wunsch, der möglicherweise den VVV zu weiteren Aktivitäten antreiben wird. Denn nicht wenige Bürger schlugen vor, dass der VVV solche Rundgänge auch bei weniger Betrieb anbieten sollte. Der Ferkesmarkt war einigen ein bisschen zu anstrengend als Kulisse für einen historischen Rundgang.

Lobberichs erste urkundliche Erwähnung steht fest für 988. Die Lobbericher feierten daher 1988 das tausendjährige Bestehen ihres Ortes. Dazu erschienen schon damals mehrere historische Arbeiten verschiedener Autoren. Aspekte der Ortsgeschichte griff Dr. Theo Optendrenk mit Aufsätzen und in mehreren Büchern auf. 1987 verfasste er "Lobberich. Ein Kirchspiel an der Nette. Ein heimatgeschichtliches Lesebuch zu 1000 Jahren einer niederrheinischen Gemeinde". 1993 folgte zum hundertjährigen Bestehen der im neogotischen Stil errichteten Pfarrkirche St. Sebastian "Lobberich im Aufbruch. Das Jahrzehnt des Kirchbaus 1883 – 1893." Es folgte noch 2005 "Die Zeit der Bocholtz – Beiträge zur Geschichte Lobberichs". Die Sehenswürdigkeiten des Ortes sind in der neuen Schrift alle recht ausführlich beschrieben und weitgehend zugänglich – man kann sich also bequem selbst auf historische Spurensuche begeben.

Den Einband der Broschüre ziert das Lobbericher Wappen. Erhältlich ist die Broschüre kostenlos beim Bürgerservice im Rathaus und bei der Netteagentur.

(RP)
Mehr von RP ONLINE