1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Kreis Viersen: Wahl-Kandidaten auf digitalen Wegen

Kreis Viersen : Wahl-Kandidaten auf digitalen Wegen

Politiker aus dem Kreis Viersen nutzen das Internet unterschiedlich. Uwe Schummer nutzt nahezu alle Kanäle für seine Präsenz, Udo Schiefner hat eine Auswahl getroffen. Andere findet der Bürger sogar erst nach mühseliger Suche.

Der Wahlkampf hat sich längst von der Straße auch in die digitale Welt verlagert. Zwar lächeln bereits seit einigen Wochen Kandidaten von Plakaten im Straßenbild die Bürger an, aber im Internet sind viele Politiker und ihre Parteien ebenfalls unterwegs. Man muss sie mitunter allerdings erst einmal finden. So hakt es ausgerechnet bei den Piraten. Dabei gewinnen die sozialen Netzwerke zunehmend an Bedeutung — oder vielleicht doch nicht? Wie also präsentieren sich Kandidaten im Kreis Viersen dort? Findet man überhaupt Informationen über sie?

Der CDU-Abgeordnete und neuerliche Kandidat Uwe Schummer hat Twitter schon vor geraumer Zeit als schnelles Kommunikationsmedium für sich entdeckt. Hier informiert er häufig darüber, womit und mit wem er sich im Augenblick beschäftigt. Er führt auch gerne kurze Gespräche mit sogenannten Followern oder gibt Themen weiter, die er spannend und interessant findet — er "retweetet" sie. Zusätzlich ist der Abgeordnete auch bei Facebook und Google+ aktiv. Seine klassische Homepage erhielt vor kurzem erst ein neues Design.

  • Fotos : Bundestagwahl 2013: Die Kandidaten im Wahlkreis Viersen im Netzwerk-Check
  • CDU Neuss schreibt an den Landrat : Politiker fordern Impfteams für Erfttal
  • Die CDU-Fraktion im Kreistag forderte eine
    Anfrage der CDU im Kreis Kleve : Wie gut funktioniert die Inklusion im Kreis?

Udo Schiefner, der für die SPD kandidiert, ist mehr oder weniger aktiv bei Facebook und vereinzelt bei Google+ (letzter Eintrag vor diesem Artikel von Juni 2013). Seine Homepage entspricht dem durchgestylten Design vieler SPD-Seiten. Sehr viele Wechsel gibt es hier nicht, die Seite wirkt dadurch inhaltlich etwas statisch.

FDP-Kandidat Andreas Bist präsentiert sich mit einer eigenen Homepage und einem Facebook-Profil. Das handhabt er im sozialen Netz jedoch anders und deutlich restriktiver als Schiefner und Schummer, bei denen bereits ein Klick auf "Gefällt mir" reicht. An Bist muss man zur Kontaktaufnahme eine Freundschaftsanfrage versenden und auf die Zustimmung des FDP-Mannes hoffen, danach in den Kreis seiner "Freunde" aufgenommen zu werden.

René Heesen, der für die Grünen kandidiert und der jüngste Vertreter der etablierten Parteien ist, zeigt sich auf Facebook sowie Twitter, dazu informiert er über seine Homepage. Es gibt ein Google+-Profil, auf dem aber nichts steht. Anders ist es bei Britta Pietsch (Die Linke). Sie findet man lediglich, und dazu ein wenig umständlich, auf der Seite der NRW-Partei der Linken. Immerhin aber ist sie vertreten.

Sucht man Kandidaten, deren Namen einem nicht bekannt sind, wird es in den Suchmaschinen nicht einfach. Lediglich die Seite des Kreises Viersen spuckt die Namen der Kandidaten kleinere Parteien aus, wenn man mit den Stichworten "Kandidat Bundestag Parteiname Kreis Viersen" sucht. Die Alternative für Deutschland (AfD) tritt beispielsweise mit Hermann Rubbert an, doch ein Bild kann man sich von ihm nicht machen, denn nicht einmal auf der Seite des Kreisverbandes ist ein Foto abgebildet. Ähnlich verhält es sich bei Jörg Fricke (Freie Wähler). Spärliche Informationen über ihn findet man lediglich über die Homepage des Landesverbandes seiner Partei.

Irritierend ist ausgerechnet die Suche nach dem Kandidaten der Piraten. Die nach eigenen Angaben netzaffine Partei präsentiert sich, freundlich ausgedrückt, recht dezent im Netz. Nur dank der Seite des Kreises kommt der unwissende Bürger auf den Namen Tobias Leppkes, der immerhin bei Facebook und Twitter vertreten ist und ein vereistes Profil bei Google+ hat. Ohne den Kreis — Fehlanzeige.

Die wenigsten Informationen bekommt man zu Rolf Gunter Kretzschmann von der NPD, sein Name taucht immer nur vereinzelt auf. In den sozialen Netzwerken, die die NPD sonst gerne nutzt, um ihr Gedankengut zu verbreiten und Stimmen zu fangen, ist der Mann nicht vertreten.

(pepp)