Nettetal: VVV Lobberich spendiert Wasserspiele

Nettetal: VVV Lobberich spendiert Wasserspiele

Diesmal kam das Wasser ausnahmsweise einmal nicht aus den Schleusen des Himmels bei einem Fest. Zwölf beleuchtete Düsentöpfen versprühen Wasser nun dort, wo bisher der marode alte Brunnen gestanden hat.

Ist man es sonst gewohnt, dass in Lobberich bei Festivitäten oder sonstigen größeren Veranstaltungen das Wasser vom Himmel fällt, so war das gestern anders. Der Himmel ließ die Lobbericher in Ruhe, dafür kam das Wasser von unten: Aus zwölf beleuchteten Düsentöpfen mit Einzelstrahldüsen schoss es auf das Kommando von Christian Weisbrich förmlich in die Höhe. Unzählige Kinder, die ungeduldig auf das nasse Element gewartet hatten, waren begeistert.

"Stell das Ding endlich an", murrte zuvor die sechsjährige Lara, sie hüpfte schon vor dem Startsignal auf der 30 Quadratmeter großen Fläche hin und her. Weisbrich, Vorsitzender des Verkehrs- und Verschönerungsvereines (VVV), sah dabei in die Gesichter von mehreren hundert Menschen – so viele Zuschauer hat es kaum einmal in Lobberich gegeben. Die Frühkirmes, der verkaufsoffene Sonntag und die neuen Wasserspiele lockten am Sonntagnachmittag hunderte Menschen in die Fußgängerzonen.

Die präsentierte sich von ihrer besten Seite. In den Straßencafés und Eisdielen war kein Platz frei, die Geschäfte hatten ihre Türen weit geöffnet, und der Kirmesplatz war entgegen der sonstigen Besuchertendenz sehr gut besucht. Horst Fänger, Nettetals stellvertretender Bürgermeister, freute sich in seiner Ansprache besonders über die Einhaltung des Eröffnungstermins. "Wir liegen voll im Rahmen der Bauzeit, anders als der Großflughafen Berlin", scherzte er.

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Christian Weisbrich erinnerte an die ersten Schritte des VVV, ein Wasserspiel am Standort des alten Brunnens zu installieren. Denn weil absehbar war, dass der alte, städtische Brunnen vor dem früheren Kino nicht mehr zu sanieren war, begannen Überlegungen, ersatzweise Wasserfontänen zu installieren. "Den Gedanken hat die Stadt aus Kostengründen verworfen", berichtete Christian Weisbrich. Der VVV griff die Idee aber einige Zeit später auf. Sie bat ihr Mitglied, den Lobbericher Architekten Markus Lücker das Wasserspiel zu entwerfen, was er kostenfrei machte. Und der VVV warb – als die Bausumme 42 000 Euro feststand – Sponsoren und Spender für das Projekt an. Der Startschuss dazu fiel bei der Eröffnung der nahen Ludbach-Passage, als Bürgermeister Christian Wagner an der Kasse des DM-Drogeriemarktes durch Kassieren die erste Spende von 2000 Euro zugunsten des VVV erarbeitete.

Der feierliche Festakt zur Einweihung des Wasserspiels wurde zum großen Fest, auf dem Alten Markt zeigten die Schlepperfreunde Hinsbeck ihre Trecker-Oldtimer, und bei der "Cocktail-Ambulanz" aus Rheinberg konnten die Besucher alkoholische Spezialitäten genießen. Zur Eröffnung selbst spielte der Musikverein "Cäcilia" Hinsbeck, die Ballettschule Kelping tanzte zwischen den Wasserfontänen zur Wassermusik. Und eine Erkenntnis zog Christian Weisbrich folgerichtig als Abschluss, "das Element Wasser bleibt uns in Lobberich erhalten", sagte er lachend unter dem Beifall der Besucher.

(ivb)