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Nettetal: VVV hält sich zunächst zurück

Nettetal : VVV hält sich zunächst zurück

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein Hinsbeck wird sich in das laufende Verfahren zum Bau eines Festsaales im Ort nicht mehr einschalten. Vorsitzender Peter Beyen bedauert die Verhärtung auf beiden Seiten.

Der Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) Hinsbeck wird sich zunächst nicht mehr aktiv in die Diskussion um einen Festsaal einschalten. "Wir haben uns seinerzeit in den Dienst der Vereine gestellt und Interessen gebündelt", sagte Vorsitzender Peter Beyen im Gespräch mit der Redaktion. Er rechne aber damit, dass die Vereine sich erneut an den VVV wenden.

Das Fehlen eines Saales hatte die Vereine veranlasst, mit dem VVV nach einer Lösung zu suchen. Mit Hans Bloemen aus Glabbach gab es jemanden, der bereit war, als Investor aufzutreten. Sein Vorteil: Er kennt sich bestens im Vereinsleben aus. Doch scheiterte das Vorhaben, auf der Heide einen Neubau zu errichten. Die Bezirksregierung in Düsseldorf wollte die touristisch stark frequentierte Heide vor weiteren Belastungen bewahren.

Sofort Widerstand

Die Stadt, die mit dem VVV gemeinsam das Ziel eines neuen Saales in Hinsbeck intensiv begleitete, schlug alternativ ein Gelände an der Krickenbecker Allee vor, ebenfalls im Landschaftsschutzgebiet. Doch regte sich sofort Widerstand in Teilen der Bevölkerung. Eine Unterschriftenaktion blieb ohne klares Ergebnis pro oder contra.

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Damit ist das Projekt so gut wie gescheitert, auch wenn jetzt noch im Planungsausschuss weiter beraten wird. Die Politik, einschließlich Bürgermeister Christian Wagner, setzen eine überzeugende Mehrheit, das wären deutlich mehr als zwei Drittel, für den Bau des Saales voraus. Beyen ist enttäuscht über den bisherigen Verlauf. "Der VVV hatte sich weit aus dem Fenster gelehnt. Es gab anfangs Zusagen und auch Vereinbarungen, die die Belastung der Heide bereits sehr in Grenzen gehalten hätten. U-30-Partys und Abi-Feten hätte ein Investor dort niemals machen dürfen", versichert er.

Die Aufgabe des VVV sei mit dem Scheitern auf der Heide bereits erfüllt gewesen, und der Standort an der Krickenbecker Allee war auch schon durchdiskutiert worden. Dennoch bleibe er bei seiner Meinung, dass die Hinsbecker vereine eine dauerhafte und nachhaltige Heimat benötigen.

"Es gibt im Ort immer einen Konflikt mit der Wohnbebauung und mit dem Landschaftsschutz." Es sei auch nicht richtig, wenn der Bedarf eines Saales auf die Karnevalisten verkürzt werde. "Spielmannszug, Musikverein und andere, die erst durch einen Saal Rückenwind bekämen, benötigen ihn ebenso sehr", sagt Beyen.

Selbst die Schützen hätten zunehmend Probleme mit ihren Zeltveranstaltungen. Sie werden immer teurer, locken weniger Besucher an und haben Probleme in ihrer Umgebung wegen der Emissionen. "Man kann nur in einem geordneten Verfahren mit offenem Ausgang nach dem Baurecht Klarheit gewinnen. Ich habe Verständnis für die wirklich Betroffenen. Für sie muss man eine Lösung finden."

(RP)