Nettetal Vor letzter Prüfung

Nettetal · Ein namhafter Getränkehersteller will sich in Breyell ansiedeln. Der Rat zögert noch, das Grundstück frei zu geben. Es sollen noch einige prinzipielle Fragen geklärt werden. Ende Januar wird dann entschieden.

Auf Ende Januar verschoben hat der Rat die Entscheidung, eine fast zehn Hektar große Fläche zwischen der Autobahn und der B 7 am Ortsausgang von Breyell an ein Unternehmen zu verkaufen. Ein namhafter Getränkehersteller will hier 100 Millionen Euro investieren und bis zu 200 neue Arbeitsplätze schaffen.

„Wir wollen überzeugende Argumente erhalten, warum wir diesem Unternehmen das Grundstück verkaufen und es in Nettetal ansiedeln wollen“, hieß es gestern dazu in Ratskreisen. Die technischen Einzelheiten und das Vorhaben selbst seien erschöpfend erläutert worden. Nach Vorgesprächen mit den Fachbehörden sowie einer gutachterlichen Überprüfung des Wasserangebots hat die Stadtverwaltung „bislang aber keine grundsätzlichen Hinderungsgründe gegen eine erfolgreiche Investitionsabsicht“ erkannt.

Die Ansiedlung ist kompliziert. Zunächst sollte der Betrieb im Venete-Gebiet errichtet werden. Da man aber nicht warten wollte, wies die Stadt die Fläche in Nachbarschaft des Gewerbegebiets Speckerfeld aus. Doch das ging nicht. Nach europäischem Recht musste die Fläche ausgeschrieben werden. Einziger Bewerber war das Unternehmen, das viel Zeit verlor. Im November wurden Einzelheiten im Rat vorgestellt, die Entscheidung war für Dienstag erwartet worden.

Das Unternehmen will in Breyell das modernste Werk seiner Art in Europa errichten und von hier aus auch den Benelux-Markt bedienen. Sollte das Grundstück vergeben werden, folgen umfangreiche planungs- und wasserrechtliche Verfahren. Darin werden auch Auswirkungen in städtebaulicher, umweltbezogener und verkehrlicher Hinsicht bearbeitet. Die Bürger werden wie üblich am Bebauungsplanverfahren beteiligt.

Im Prinzip geht es um die dauerhafte Versorgung mit Wasser. Die Stadtverwaltung unterstrich, dass auch der Investor selbst großes Interesse an dauerhaft guter Wasserqualität haben muss. Die geologische Situation im Untergrund von Nettetal soll darauf überprüft werden. Die Stadt behält sich vor, das Geschäft rückabzuwickeln, wenn kein Planungsrecht geschaffen oder die Frage der Wasserentnahme nicht für alle Seiten zufriedenstellend geklärt werden kann.

„Wasser ist ein kostbares Gut“, so Bürgermeister Wagner. Er könne verstehen, dass der Rat sich in dieser Hinsicht noch fachkundig machen will. Bedenken seien ernst zu nehmen, aber die Chance der Neuansiedlung solle soweit wie möglich genutzt werden.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort