Nettetal: Von Konsens keine Spur

Nettetal: Von Konsens keine Spur

CDU und FDP haben sich mit der Verwaltung über die Schulentwicklung in der Stadt geeinigt. SPD, Grüne, ABK und WIN sind verstimmt darüber, dass die Sekundarschule als Alternative ausgeblendet wird. Sie gehen in die Offensive.

Während im Rathaus am Freitag Vorbereitungen für eine Pressekonferenz am Freitag kommender Woche über einen "Schulkonsens" getroffen wurden, schießen SPD, Grüne, ABK und WIN quer: Sie lehnen die ausgearbeitete Lösung ab, solange nicht alternativ die Gründung einer Sekundarschule diskutiert wird. Ihr Dilemma: CDU und FDP haben die Mehrheit im Rat und sind für die Lösung, die die Verwaltung vorschlägt.

Vor der Sommerpause hatte der Rat mit den Stimmen von Schwarz-Gelb einen "Prüfauftrag" erteilt: Die Gesamtschule solle um zwei Züge erweitert werden, die Hauptschule Lobberich solle ab 2013 keine Schüler mehr aufnehmen, sondern auslaufen, und die Haupt- und die Realschule in Kaldenkirchen sollen weitergeführt werden.

Das Ergebnis liegt jetzt vor: Die Gesamtschule soll um nur einen Zug erweitert werden. Damit ist die dort ungeliebte Dependance vom Tisch. Das Gebäude für Technikunterricht und Inklusion soll für vier Klassen aufgestockt werden. Die Hauptschule Lobberich läuft aus, der Real- und der Hauptschule in Kaldenkirchen wird eine maximal dreijährige Frist eingeräumt. Stabilisieren sich beide Schulen nicht, soll über eine Sekundarschule beraten werden.

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Diese Strategie akzeptieren die vier anderen Fraktionen nicht. Sie fühlen sich vor allem von der CDU und aus dem Rathaus ausgebremst. Eltern würden wieder auf Jahre hinaus im Ungewissen gelassen, welche Schulstrukturen Nettetal habe. "Im Frühjahr hat die CDU den Anschein erweckt, mit uns eine Lösung erarbeiten zu wollen. Unmittelbar vor der Wahl kam ohne Rücksprache der Vorschlag, der in der Ratssitzung im Juli mit der FDP beschlossen wurde", erklärt Renate Dyck (SPD).

Hans Overhage (ABK) kreidet der Verwaltung an, das Thema Sekundarschule von vornherein ausgeschlossen zu haben. "Ohne Akzeptanz der Eltern darf keine Entscheidung zur Schulentwicklung getroffen werden", fügt Heinz-Gerd Färvers hinzu. Darum wollen die Fraktionen Eltern darüber informieren, was eine Sekundarschule ist.

Dubios erscheint den vier Fraktionen ein Vermittlungsversuch über Berater der Firma Dicura aus Essen. "Die sollen das im Brunnen liegende Kind herausholen", vermutet Hajo Siemes (WIN). "Wir hatten erwartet, dass die Stadt ernsthaft und ohne Vorfestlegung mit Eltern, Lehrern und Fachleuten redet. Sie hat die Sekundarschule ausgeblendet, hantiert mit veralteten Daten einer ohnehin zweifelhaften Befragung aus einer Zeit, als es die Sekundarschule nicht gab. Sie wandelt einen Prüfauftrag in eine vorgebliche Kompromisslösung um. Das ist nicht akzeptabel", klagt Guido Gahlings (Grüne). Die vier Fraktionen wollen die Eltern mobilisieren und eine andere Entscheidung herbeiführen. FRAGE DES TAGES

(RP/ac/url)
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