Nettetal: Von Grenzen, Flüchtlingen und guter Nachbarschaft

Nettetal : Von Grenzen, Flüchtlingen und guter Nachbarschaft

Nettetals Sozialdemokraten und Christdemokraten luden am Wochenende zu politischen Neujahrsempfängen

Gleich mehrfach ist gestern Nettetals CDU-Vorsitzender Jürgen Boyxen bei seiner Rede beim Neujahrsempfang der CDU im Haus Josten in Hinsbeck mit Beifall unterbrochen worden. Er freute sich, neben vielen CDU-Mitgliedern auch Gäste anderer Fraktionen begrüßen zu können. Waren am Tag zuvor einige Nettetaler beim Empfang in Tegelen Gäste, so kamen diesmal Gäste aus Tegelen nach Nettetal. Boyxen: "Wir werden es nicht bei gegenseitigen Besuchen belassen. Wir haben beschlossen, gemeinsam ein Kinder- und Jugendprojekt durchzuführen. Wir wollen, dass Kinder und Jugendliche beiderseits der Grenzen Gemeinsames miteinander tun, miteinander und voneiander lernen und eine schöne Zeit zusammen haben. Wir wollen Grenzen abbauen, wo andere Grenzen errichten."

Er berichtete von der Idee der niederländischen Freunde, in Venlo ein "Deutschlandhaus" zu planen. Es könnte zu einem Treffpunkt werden für Unternehmer, für alle, die an gemeinsamer Bildung interessiert sind, für Kinder und Jugendliche sowie für alle, die Nachbarn kennenlernen wollen.

Immer wieder ging Boyxen auf richtig verstandenen "Konservatismus mit Herz" ein. Den werde man bei rechten Alternativen nicht finden: "Zwar greift die AfD begierig die wertkonservativen Positionen auf, will sich als Garant für Ehe und Familie aufspielen. Dies darf jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass diese Partei in erster Linie von der Ausgrenzung Fremder, insbesondere von Flüchtlingen, lebt. Sie bedient das Unbehagen vieler Menschen vor dem großen Zustrom Fremder." Es gelte aber nicht nur, "vermeintlich rechte Alternativen abzuwehren". Verhängnisvoll könne auch Rot-Rot-Grün sein. Boyxen: "In NRW hatten wir bislang ,nur' Rot-Grün und noch nicht Rot-Rot-Grün. Es wurde allerdings auch so bereits genug Schaden angerichtet."

Bereits am Freitagabend hatte die SPD zum Neujahrsempfang eingeladen. Staatssekretär Bernd Neuendorf aus dem NRW-Kulturministerium referierte zum Thema "Kultur für alle - Integration durch Kultur". Es sei richtig und mutig, dieses Thema in den Vordergrund und die Frage zu stellen, was es bewirken könne. Es verdiene öffentliche Aufmerksamkeit in einer offenen und menschlichen Gesellschaft. Kunst und Kultur könne man nicht als freiwillige Leistung abtun, sie hätten Verfassungsrang. Renate Dyck, SPD-Fraktionsvorsitzende im Nettetaler Rat, betonte, man wolle mit dem Neujahrsempfang immer wieder neu den Gesprächsfaden mit den Vereinen und Organisationen aufnehmen. Die Stadtbücherei habe das Projekt "Ankommen in Deutschland - Leben in Nettetal" ins Leben gerufen: "Kooperationspartner ist hier wie schon bei anderen Gelegenheiten der Verein ,Nettetaler Literaturtage'. Bei der Nettekultur sind Theaterprojekte in Vorbereitung. Im sportlichen Bereich ist der Stadtsportverband gemeinsam mit dem Verein Flüchtlingshilfe seit längerem auf einem guten Weg."Das Thema Flüchtlinge werde von Verwaltung und Politik mit Bedacht angegangen. "Abwägungs- und Entscheidungsprozesse sind nicht dazu geeignet, daraus Kapital zu schlagen." Diskutiert wurden auch Themen wie das sanierungsbedürftige Lehrschwimmbecken in Breyell, die sanierungsbedürftige Werner-Jaeger-Halle und das brachliegende Gewerbegebiet VeNeTe. Tanja Jansen, Kandidatin für die Landtagswahl im Mai, sprach sich unter anderem für den Erhalt von Krankenhäusern und Unterstützung für Ärzte auf dem Land aus.

(sa)
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