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Nettetal: Von der Grenze wegkommen

Nettetal : Von der Grenze wegkommen

Die Baugesellschaft Nettetal hat das Studentenhaus an der Ring-/Buschstraße in Kaldenkirchen fertiggestellt. Gestern zogen die ersten Studenten ein. Die Fontys Hochschule will ihr Engagement im Kreis Viersen ausweiten.

Der erste Mieter hievte gestern bereits ein Regal aus seinem Auto, um es in die neue Wohnung zu tragen. Das Studentenhaus an der Ecke Ring-/Buschstraße in Kaldenkirchen ist bezugsfertig. Am Abend zuvor hatte die Baugesellschaft das markante Gebäude mit dem hohen technischen Passivhausstandard übernommen. Für fünf der zwanzig Wohnungen kann die Fontys Hochschule in Venlo eine Option ziehen.

Die Studenten werden nicht nur an der Hochschule lernen, sie müssen auch das Wohnen in einem Passivhaus erst einmal erlernen. Darauf wies die Vorstandssprecherin der Baugesellschaft, Nettetals Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche, beim offiziellen Termin zur Fertigstellung hin. Es gibt keine Fenster, die zu öffnen wären. Heizkörper, die zu regulieren wären, gibt es auch nicht. "Im Passivhaus zu leben, muss man lernen. Wir haben uns für diese Technik entschieden, weil auch wir als Baugesellschaft etwas hinzulernen und weil wir davon ausgehen, dass junge Menschen eher verstehen, wie sie sich verhalten müssen", sagte sie.

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"Junges Gesicht"

Annähernd 500 Studenten leben mittlerweile in Kaldenkirchen. Sie gäben dem Stadtteil ein "junges Gesicht" und seien Chance und Verpflichtung zugleich, stellte Ortsvorsteher Ingo Heymann fest. Das moderne Gebäude, das bereits durch seine architektonische Gestaltung aus dem Rahmen fällt, sehe er als ein Symbol der Entwicklung, die gerade Kaldenkirchen künftig nehmen müsse. Der Ortsvorsteher unterstrich besonders die Brückenfunktion des Studentenhauses einmal zwischen den Generationen — es ist barrierefrei gestaltet und kann später auch seniorengerechtes Wohnen anbieten — sowie zwischen Nettetal und Venlo.

Das Haus sei Ergebnis einer intensiven und partnerschaftlichen Zusammenarbeit mit der Fontys Hochschule, merkte deren stellvertretender Leiter Dr. Thomas Merz an. "Es war nicht immer einfach mit uns, aber das Ergebnis zählt", sagte er und fügte hinzu, dass die zentrale Hochschulleitung in Eindhoven grünes Licht für ein weiteres Engagement der Venloer Hochschule im Kreis Viersen gegeben habe. Einzelheiten wollte er dazu noch nicht preisgeben, es stünden in Kürze konkrete Gespräche an.

Er unterstützte Ingo Heymanns Einschätzung der Brückenfunktion, die das Haus habe. Fontys in Venlo habe die Vision, ähnlich zu wirken wie die Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder. Sie ist in Deutschland und in Polen tätig. Inzwischen hat Fontys ein Netzwerk mit mehr als 200 Unternehmen in Limburg und in ganz Deutschland aufgebaut. "Unsere Vision richtet sich darauf, dass wir weg von der Grenze kommen und diese Region als Einheit erfahren", sagte Merz. FRAGE DES TAGES

(RP)