Nettetal: Vom Schreiner zum gehobenen Innenausstatter

Nettetal: Vom Schreiner zum gehobenen Innenausstatter

Anton Thelen feiert seinen 80. Geburtstag und 65 Jahre im Beruf. Zum Leuther Unternehmen Thelen zählen neun Firmen

Für einen Selbstständigen gibt es keine Altersgrenze. So ist Anton Thelen, den in Leuth alle nur "Toni" nennen, auch mit 80 Jahren noch immer im Geschäft. Keine acht Stunden am Tag, aber doch etliche, denn sein Erfahrungsschatz gilt Söhnen und Enkeln viel - und in der Kundenpflege ist sein Fingerspitzengefühl bislang unersetzbar.

Toni kann Geburtstag und Firmenjubiläum feiern. Foto: Zimmermann Foto: Thelen

Das "Geschäft" ist die fast 300 Jahre alte Schreinerei Thelen, die über Leuth hinaus gewachsen ist bis Essen, Düsseldorf und den Aachener Raum. Längst liefert sie nicht mehr Fenster, Türen und Särge, sondern heute Möbel und Innenausstattung der gehobenen Art. 150 Mitarbeiter zählt "Thelen" in neun Firmen.

Das hatte Toni sich nicht erträumt, als er am 24. März 1953, exakt an seinem 15. Geburtstag, seine Schreinerlehre bei Vater Paul im Betrieb an der May begann. Bereits zwei Jahre später lieferte er als Gesellenstück ein zweiflügeliges Fenster mit Kreuzsprossen in Eiche ab. Der Weg zum Innenarchitekten wurde Mitte der 1960er Jahre gestoppt, als der Vater den jungen Meister von einer Fachschule in Beckum zurückrief, um das Unternehmen zu sanieren. Das gelang - und seit 1970 war Anton Thelen der Herr im Haus. In dieser Zeit habe er viel vom Wissen seines Bruders Jakob profitiert, der Messebauarchitekt war.

Hatte Thelen sich zunächst auf den Innenausbau mit Türen und Schränken für Schulen und Krankenhäuser konzentriert, so kam 1973 das Segment Küche hinzu. Das Unternehmen wuchs in den nächsten Jahrzehnten so stark, dass 1998 die Produktion in einen zehnmal so großen Neubau nach Kaldenkirchen verlegt wurde, während in Leuth die erweiterten Ausstellungsräume verblieben. Inzwischen geben die Söhne, der Möbeldesigner Werner (53) und der Kaufmann Manfred (50), im Betrieb den Ton an, unterstützt von Neffe Sebastian, Leiter des Küchenstudios Düsseldorf, und Enkel Fabian, Betriebsführer der Schreinerei.

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Doch der Rat des "Alten" ist unverändert geschätzt. Dieser schätzt bei allem Geschäft aber auch die ausgleichende Art seiner Tochter Beate, "die für den Familienzusammenhalt sorgt".

In Leuth kommt an Toni Thelen eigentlich keiner vorbei: Er war 1992 mit seiner Billa zum dritten Mal König, also Kaiser der St.-Lambertus-Bruderschaft, er wirkte im Elferrat der Karnevalsgesellschaft "Löther Rieser" mit, unterstützte das Pfarrorchester und besonders die Sportfreunde Leuth bei der Anlage des Kunstrasenplatzes.

Zum Geburtstags- und Jubiläumsempfang am heutigen Samstag werden auch die Vertreter der Kreishandwerkerschaft erwartet.

(mme)