Viersener Unternehmer Peter Zaum ist auf der Suche nach einem Pächter für das ehemalige Strandhaus Elbers in Lobberich-Sassenfeld

Lobberich : Die „Soup“ bleibt gastliche Stätte

Der Viersener Unternehmer Peter Zaum ist auf der Suche nach einem Pächter für das ehemalige Strandhaus Elbers in Lobberich-Sassenfeld. Die Sonnenterrasse hat er schon neu anlegen lassen.

Knapp ein Jahr nach der Schließung des Strandhauses Elbers am Ferkensbruch im Sassenfeld tut sich sichtbar einiges. Aus dem Biergarten auf dem leicht abschüssigen Vorplatz ist eine Terrasse geworden, deren Niveau auf die Ebene der Gaststätte angehoben wurde. Die Stufen vorn sollen von dem Baumbogen begrenzt werden, der schon früher ein grünes Tor zum Biergarten markierte. Peter Zaum legt Wert auf das traditionelle Bild, „das so viele Gäste und Radwanderer kennen“.

Der Viersener Unternehmer ist mit seinem Kompagnon Paul Hermann Prangenberg gemeinhin dafür bekannt, dass er Häuser und Industriebauten abreißt und recycelt; doch gibt es auch eine P&Z Immobilien GmbH, zu deren Portfolio nun auch die Gaststätte gehört, die auch „de Soup“ genannt wird. Als zu Jahresanfang bekannt wurde, dass Zaum die Immobilie, die im Oktober 2018 zunächst zur Zwangsversteigerung anstand, gekauft habe, wurde gemutmaßt, dort könnten nun Wohnungen entstehen. „Es bleibt bei der Gastronomie“, sagt er ganz entschieden. So wird nun ein Pächter gesucht – nicht nur auf der Schiefertafel am Strandhaus selbst, sondern auch im Internet.

Das Unternehmen will dem künftigen Betreiber nicht einfach ein komplett saniertes Haus hinstellen, sondern „wir möchten gerne mit dem Pächter ein neues Konzept für diese Traditionsgaststätte erarbeiten“, erläutert Zaum-Mitarbeiter Lars Sluka. Eine Rolle spiele der künftige Stil des Hauses sowie auch die Überlegung, ob Zimmer für Übernachtungen eingerichtet werden (anstelle der Wohnung im Obergeschoss). So wird es wohl noch einige Zeit dauern, bis die alten Speisekarten im Kasten an der Frontseite ausgewechselt werden. Trotzdem, sagt Zaum, „gehe ich nächste Woche mit der Architektin durch das Haus und schaue nach, was schon mal gemacht werden kann, die sanitären Einrichtungen beispielsweise“.

Nach der jetzigen Raumaufteilung stehen 187 Quadratmeter für die Gasträume zur Verfügung. Sie bieten „Gesellschaften bis zu 60 Personen Platz in urig-gemütlicher Atmosphäre“. Das Mobiliar kann übernommen werden. „Da stehen Eichenstühle mit ordentlichem Stoffbezug“, sagt Zaum. Zum Gebäudekomplex gehört auch eine Scheune, die „Platz bietet für weitere Ideen“. In seinen Grundmauern ist das Haus vermutlich in den 30er-Jahren des 19. Jahrhunderts entstanden, denn im Kellergewölbe hat man die Zahl 1836 entdeckt. Es diente Jahrzehnte als Raststation und Pferdetränke am Handelsweg zwischen Krefeld und Venlo. Daher stammt vermutlich der Name „Soup“. Nachdem die Familie Elbers im Jahr 1932 auch das Grundstück jenseits der Straße bis hin zum Ferkensbruch gekauft hatte, hieß die Gaststätte offiziell „Strandhaus Elbers“.

Kaffee und Kuchen wurden nun auch unter Bäumen am Ufer serviert. Dieser Service musste später eingestellt werden, da der Verkehr auf der Straße (eine von zwei Verbindungen zwischen Lobberich und Breyell) zu stark wurde. In den Anlagen hat auch immer das Festzelt der Sassenfelder Schützengesellschaft bei Schützenfesten gestanden. Diese war 1926 in der „Soup“ gegründet worden.

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