Nettetal Vielfältige Verwendung

Nettetal · Der Stamm von sogenannten Kopfweiden wird in einer Höhe von circa zwei Metern abgesägt. Dadurch treibt der Baum an der Schnittfläche viele neue Triebe aus, die laut Bernd Rosenkranz, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Biotopschutz, alle fünf bis sieben Jahre abgeschnitten werden müssen. Im Laufe der Zeit verdickt sich der oberste Abschnitt des Stammes, wodurch schließlich der namengebende Kopf der Weide entsteht.

Je nachdem, wozu man die Weiden nutzen möchte, müssen die Schneideinterwalle gewählt werden. Nicht so alte, dünne Weiden lassen sich etwa zum Flechten von Körben verwenden. Ältere Äste eignen sich hingegen als Stecklinge oder, um daraus Flechtzäune zu fertigen. "Heutzutage wird allerdings der größte Teil entsorgt, weil sich keine Abnehmer mehr finden lassen", sagt Rosenkranz.

Im Landschaftshof Baerlo, den die AG Biotopschutz in Nettetal Leutherheide betreibt, sind zahlreiche Exponate ausgestellt, die zeigen, was früher aus Weiden gefertigt wurde: vom einfachen Korb über Kiepen, Wiegen, Fischreusen und Munitionskörbe bis zu Kinderwagen. Zudem bietet der Landschaftshof derzeit vier jeweils viertägige Korbflechterkurse für jeweils acht Teilnehmer an. Vier Ausbilder stehen dem Verein dazu zur Verfügung.

Für die Kurse gibt es seit einigen Wochen eine eigens angebaute Werkstatt mit angrenzender Terrasse, von der aus man einen herrlichen Blick auf den vereinseigenen Kopfweidenwald hat. "Früher haben die Kurse in der Tenne, also im Ausstellungsraum, stattgefunden", sagt Rosenkranz. Da beim Flechten jedoch auch Abfall anfällt, der zunächst auf dem Boden liegen bleibt, entschloss man sich, die Werkstatt anzubauen. "Wir wollen ja nicht, dass die Besucher, die sich die Ausstellungsstücke anschauen, über die Abfälle fallen", sagt Bernd Rosenkranz.

(RP)
Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort