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Nettetal: Viele zieht es hinaus in die freie Natur

Nettetal : Viele zieht es hinaus in die freie Natur

Mit Exkursionen, Vorträgen und Ausstellungen erfüllt die Biologische Station Krickenbecker Seen seit Jahren das anhaltende Interesse an der Natur. Qualität, Abwechslung und "Dauerbrenner" sind für Besucher entscheidend.

Weißstörche, Steinkauz, Fledermäuse, Ziegenmelker oder auch Biber stehen bei den Menschen hoch im Kurs. Wenn die Biologische Station Krickenbecker Seen zu Exkursionen einlädt, die sich mit einem speziellen Tier beschäftigen, kommen oft mehr als zwei Dutzend Teilnehmer. "Das Interesse an Informationen über Tiere und Pflanzen ist ungebrochen hoch. Und wir lassen uns möglichst in jedem Jahr auch neue Ziele einfallen", berichtet Stationsleiter Ansgar Reichmann.

Mehr als 40 000 Besucher zählt allein das von mittwochs bis sonntags geöffnete Info-Zentrum der Biologischen Station jährlich. Hinzu kommen Führungen, Vorträge und Exkursionen. Öffentlichkeitsarbeit direkt bei den Bürgern ist für die Einrichtung von Beginn an eminent wichtig gewesen. Reichmann und seine Kollegen verzichten auf nüchterne Belehrungen, sondern versuchen vielmehr, ihren Besuchern die heimische Natur spannend und unterhaltsam nahezubringen.

Dass dies gelingt, bescheinigte der Station erst jüngst eine ältere Frau, die häufig Exkursionen mitmacht. Sie schrieb einen kleinen Dankesbrief mit dem Hinweis, wie viel sie doch hinzugelernt und erfahren habe. "Wir haben tatsächlich jeder einen festen Stamm von Exkursionsteilnehmern. Und sie sind immer wieder wissbegierig," sagt Reichmann.

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Die Biologische Station legt sehr großen Wert auf Qualität. Es tummeln sich immer mehr Anbieter unterschiedlicher Herkunft in den niederrheinischen Naturräumen. Nicht immer sind dabei geschulte Landschaftsführer mit entsprechender Fachkunde am Werk. Und zusätzlich hat der Boom, sich in der Natur zu bewegen, seinen Niederschlag in örtlichen Vereinen gefunden. Radtouren mit allen erdenklichen Zielen sowie Wanderungen stehen auch bei ihnen hoch im Kurs.

Umso bedauerlicher ist, dass die Biologische Station etwa 20 Angebote im vergangenen Jahr streichen musste. "Das Wetter war häufig regnerisch. Es macht beispielsweise keinen Sinn, bei Regen abends Fledermäuse beobachten zu wollen. Wenn es eben geht, sagen wir dann noch rechtzeitig ab. Aber die Teilnehmer wissen schließlich selbst, dass man nicht bei jedem Wetter unterwegs sein kann."

Begehrt sind unter anderem Wanderungen mit Kindern. Im Juni beispielsweise wird es für sie besonders spannend, wenn Glühwürmchen nachgespürt wird. Ein besonderer Anziehungspunkt ist das "Rohrdommelprojekt" an der Nette in Leuth geworden. "Das Interesse an Wasservögeln ist immer da, und dort kann man einfach eine enorme Vielfalt auf kurzer Distanz beobachten", erzählt Reichmann.

Sehr gute Besucherzahlen verzeichnet das Infozentrum mit den Wechselausstellungen, die Brigitte Brieden konzipiert. "Es gibt Besucher, die von Tafel zu Tafel gehen und alles genau studieren, was da vermittelt wird. Das gilt aber auch für die Vorträge im Infozentrum. In Einzelfällen müssen wir noch Stühle dazustellen, weil der Andrang so groß ist", sagt Reichmann. Es lohne sich in jedem Falle, immer wieder neue Impulse zu setzen und gleichzeitig bewährte Angebote zu wiederholen. FRAGE DES TAGES

(RP)