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Nettetal: Verwaltung zieht in die alten Bauten

Nettetal : Verwaltung zieht in die alten Bauten

Die Krankenhaus-Gebäude aus dem 19. und frühen 20. Jahrhundert in Lobberich sind fast vollständig saniert und denkmalgerecht umgestaltet worden. Hier zieht Geschäftsführer Jörg Schneider mit seinen Mitarbeitern ein.

Jörg Schneider sitzt noch nicht auf gepackten Umzugskartons. Aber der Geschäftsführer des Nettetaler Krankenhauses hat die längste Zeit im ehemaligen Schwesternwohnheim gearbeitet. Den Blick in die Schrebergärten tauscht er mit dem in den Innenhof. Bis Ende Mai soll die Verwaltung nämlich in den Uralt- und in den Altbau des Krankenhauses am Sassenfelder Kirchweg umziehen.

1,1 Millionen Euro steckt die Krankenhaus GmbH in die denkmalgerechte Sanierung der beiden Bauten aus den Jahren 1880 und 1911. Nur die dazwischenliegende, 1903 errichtete Kapelle bleibt zunächst einmal außen vor. "Wir finanzieren die Sanierung aus Rücklagen, die dafür gebildet wurden. Die dringende Sanierung der Kapelle können wir allerdings nicht schultern, es gibt leider auch keine Fördermittel", berichtet Geschäftsführer Jörg Schneider.

Auslöser der Arbeiten war die nicht mehr aufzuschiebende Dachsanierung der beiden Altbauten. Das Haus leidet notorisch unter Raumnot, das war übrigens schon um 1900 und seither immer der Fall. Die Räume im ersten Obergeschoss waren nicht alle ausgelastet, das Dachgeschoss lag seit einigen Jahrzehnten mehr oder minder leer. So entwickelte das Haus ein Raumkonzept, in das die Kernverwaltung eingefügt werden kann. "Wir können die Verwaltungsführung, Controlling, Öffentlichkeitsarbeit, Personalabteilung, Finanzbuchhaltung und die gesamte EDV-Abteilung mit ihrer Technik hier unterbringen", berichtet Betriebsleiter Norbert Peffer. Dazu gibt es reichlich Platz für Archiv, Besprechungs- und Schulungsräume.

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Die früher kargen Speicherräume unter dem Dach wurden gedämmt und den besonderen Anforderungen des Brandschutzes angepasst. Peffer erinnert sich, dass hier oben Ordensschwestern wohnten, später sei hier ein Raum für Zivildienstleistende gewesen. "Danach war hier aber gar nichts mehr", sagt er. Besonders schön geworden ist der ausgebaute Raum zwischen Alt- und Uraltbau hier oben mit der (leider wegen des Brandschutzes verkleideten) Balkenkonstruktion. Von hier aus führt sogar eine Stahltür auf den Speicher der Kapelle — im Augenblick müsste man allerdings schweben, um da hineinzukommen. Die Türschwelle zum Kapellenspeicher liegt nämlich wesentlich höher.

Das war eine der Herausforderungen bei der Sanierung. Die Bauten haben unterschiedliche Ebenen, die nur über Stufen überwindbar waren. Die Böden wurden angeglichen. Aufs Dach durfte nicht jeder Ziegel: "Wir mussten die Dachpfannen auf dem Uraltbau formen und brennen lassen, weil sie eine andere Form und Größe als heute gebräuchliche Formate haben", berichtet Peffer. Die Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege sei sehr konstruktiv gewesen, stets mit Rücksicht auf die geplante Nutzung.

Seit Sommer vergangenen Jahres sind die Handwerker hier tätig. Einige technische Aufgaben hat die Mannschaft intern erledigen können. Wahrscheinlich wird die Verwaltung mit ihren 15 Mitarbeitern schrittweise umziehen. Einige Büros erhalten neue Möbel, ein großer Teil des Bestands wird aber mit herüberwandern. "Es bleibt bei den kurzen Wegen innerhalb des Hauses", betont Schneider. Wenn alles fertig ist, will er der gesamten Belegschaft bei einem internen "Tag der offenen Tür zeigen", wie sich der alte Trakt verändert hat.

Im Sommer wird sich der Aufsichtsrat dann über neue Pläne beugen, die die Versorgung der Bevölkerung durch das Krankenhaus in Nettetal weiter sichern sollen. Es wäre ja noch schöner, wenn am Krankenhaus mal nicht gebaut würde.

(RP)