1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Verein Kindertraum öffnet neuen Laden

Nettetal : Verein Kindertraum öffnet neuen Laden

Die Nettetaler Elterninitiative ist von der Poensgenstraße an die Kehrstraße gezogen. Das neue Ladenlokal bietet mit rund 150 Quadratmetern jetzt noch mehr Platz für gespendete Kleider, Bücher, Handtücher, Porzellan und Nippes

Die Fenster müssen noch geputzt, in der Küche die Geräte angeschlossen werden. Dann ist der neue Laden des Vereins Kindertraum an der Kehrstraße fertig. Der alte Laden an der Poensgenstraße ist seit zwei Wochen geschlossen. Seither haben der hauptamtliche Leiter des Ladens, Sascha Hufschmidt, und die zehn ehrenamtlichen Mitarbeiter viele Kisten von der Poensgen- zur Kehrstraße geschleppt. Hatte das alte Ladenlokal 70 Quadratmeter, bietet das neue mit 150 Quadratmetern nun noch mehr Platz für Kleidung, Bücher, Porzellan und Nippes.

Der Verein setzt sich seit 1990 für die Teilhabe behinderter und nicht behinderter Menschen in Schule, Ausbildung und Beruf ein. Auch im neuen Laden sollen durch eine Kooperation mit dem Heilpädagogischen Zentrum zwei Menschen mit Behinderung beschäftigt werden.

Um die Vereinsarbeit zu finanzieren, führt die Elterninitiative seit 18 Jahren ein Geschäft in der Kaldenkirchener Innenstadt. Der Umzug ist jetzt der vierte für den Laden, der im Laufe der Jahre immer größer wurde. Schönes und Nützliches gibt es dort - gespendet von Menschen, die daheim aufräumen, aussortieren, und die Kaffeekannen, Sammeltassen, Kinderkleider nicht selbst verkaufen wollen, sondern dem Verein geben.

Die Mitarbeiter des Vereins sichten alle gespendeten Dinge, schauen, ob sie noch in Ordnung sind, und säubern sie. "Ich prüfe jedes Gerät, ob es noch funktioniert, und lege in Uhren neue Batterien ein", erzählt Laden-Leiter Sascha Hufschmidt. Der 41-Jährige testet auch jedes Spielzeug auf Funktionsfähigkeit, repariert es, wenn es notwendig sein sollte. "Hier wird nichts sinnlos weggeschmissen", sagt Hufschmidt. Und wenn versilberte Kännchen oder Leuchter gebracht werden, die schon angelaufen sind, ist Vereinsmitglied Karin Peters am Zuge: "Ich liebe es, Silber zu polieren", sagt sie und lacht.

Standen im alten Laden an der Poensgenstraße die Regale so dicht, dass die Liebhaber alter Schätzchen bei der Schnäppchenjagd den Bauch einziehen mussten, konnten die Mitarbeiter nun im neuen Laden großzügiger planen: In den großen Schaufenstern ist genügend Platz, um besondere Stücke zu präsentieren - aktuell sind dort beispielsweise Handpuppen fürs Kasperletheater von Steiff aufgereiht.

Auf einem Tisch liegt Silberbesteck bereit, als würde die Hausfrau die Festtafel gerade eindecken wollen. Gläser, Zuckertopf, Milchkännchen - alles da. Solche Stücke locken auch Café-Betreiber in den Laden, die ihre Sammlungen mit Blümchen-Tassen oder Kaffeekannen vergrößern wollen. Viele Dinge aus der "guten alten Zeit" sind wieder im Trend.

Neben den alten Schätzchen gibt es im Laden auch ganz moderne Sachen. Im Regal mit den Haushaltsgeräten stehen Kartons mit Föhn, Fritteuse und Katzenklappe. Handtücher und Tischdecken liegen in einem anderen Fach. Gleich mehrere Regale werden von Kinderkleidung eingenommen. "Manche Kunden kaufen auch Kinderkleidung und bringen sie nach ein paar Wochen wieder", erzählt Karin Peters. "Die Kinder wachsen ja so schnell."

Auch Kleidung für Erwachsene sei sehr begehrt, berichtet die Kaldenkirchenerin. Häufig sei Markenkleidung unter den gespendeten Teilen. Wer normalerweise keine Anzüge trägt, für einen Anlass aber einen braucht, kommt ebenso vorbei wie derjenige, der ein Abendkleid, ein Karnevalskostüm oder das passende Outfit fürs Oktoberfest sucht. Dort gibt es das zum kleinen Preis - wenn es nicht kurz zuvor ein anderer Schnäppchenjäger ergattert hat.

Die Spendenbereitschaft ist groß. Rund 20.000 Preisschilder bringt Hufschmidt im Laufe eines Jahres an gespendeten Kleidungsstücken an. Auch das Einzugsgebiet des Ladens ist groß: "Hierher kommen Leute aus Düsseldorf, die am Wittsee oder an der Blauen Lagune Urlaub machen", erzählt Karin Peters. "Manche kommen rein, nehmen etwas mit und sammeln dann auch für uns weitere Sachen."

(RP)