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Kreis Viersen: Uwe Schummer ist der klare Favorit

Kreis Viersen : Uwe Schummer ist der klare Favorit

Der CDU-Bundestagsabgeordnete will wieder per Direktwahl ins Parlament. Sein Dauerkontrahent aus der SPD, Udo Schiefner, steht aussichtsreich auf der Landesliste. Die FDP holte 2009 sensationelle 17,4 Prozent der Zweitstimmen.

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Uwe Schummer aus Willich und sein Herausforderer, der SPD-Kreisvorsitzende Udo Schiefner aus Kempen, liefern sich am morgigen Sonntag zum dritten Mal das Duell um ein Direktmandat im Kreis Viersen. Haushoher Favorit ist der 56-jährige Christdemokrat Schummer, der zum dritten Mal das Ticket für den Bundestag lösen will. Sein nur ein Jahr jüngerer Kontrahent Schiefner darf allerdings auch auf einen Sitz im Parlament hoffen: Er belegt in der Landesliste der SPD den als sicher geltenden Platz 7.

So sehr Schiefner sich darum bemüht, bei den Erststimmen den gewaltigen Rückstand auf Schummer zu verkürzen — er wird mit großem Interesse verfolgen, wie viele Zweitstimmen seine Partei am Sonntag erhält. Bei der Landtagswahl im 2012 Jahr überflügelte die SPD im Kreisergebnis etwas unerwartet die CDU.

Die wurde im vergangenen Jahr Opfer einer wirkungsmächtigen Zweitstimmenkampagne der FDP in Nordrhein-Westfalen. Die Union verlor eine ganze Reihe von Sitzen im Landtag durch Leihstimmen ihrer angestammten Klientel für die Liberalen. Und in unguter Erinnerung dürfte der Union auch noch das Ergebnis der Bundestagswahl 2009 sein: Im Kreis fuhr die FDP damals sensationelle 17,4 Prozent der Zweitstimmen ein. Bei den Erststimmen kam ihr Kandidat Martin Knauber sogar auf 18,5 Prozent. In Brüggen, woher der aktuelle liberale Bundestagskandidat Andreas Bist stammt, entschieden sich fast 22 Prozent der Wähler bei den Zweitstimmen für die Liberalen. Dass die FDP nach ihrer krachenden Niederlage in Bayern vor einer Woche ihre Leihstimmen-Werbung noch einmal mächtig verstärkt hat, könnte erneut Wirkung zeigen — zu Lasten der CDU.

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FDP-Kandidat Andreas Bist trat erstmals in diesem Jahr bei einer Wahl an. Das gilt ebenso für den jungen Kempener Renè Heesen (Bündnis 90/Die Grünen), während die Süchtelnerin Britta Pietsch (Die Linke) schon 2009 Wahlkampferfahrungen sammelte. Die intern heute völlig zerstrittenen Grünen im Kreis Viersen waren zu ihrer Enttäuschung bei der Bundestagswahl 2009 weit von dem zweistelligen Ergebnis entfernt, das sie wenige Monate zuvor noch bei der Europawahl erzielt hatten.

Unwägbar ist, welches Ergebnis die AfD im Kreis Viersen erzielen wird. Ob die Partei, die gegen die europäische Finanzpolitik der Bundesregierung zu Felde zieht, inhaltlich Gehör findet, bleibt abzuwarten. Gerade der Euro hat der Grenzregion Kreis Viersen viele Vorteile wirtschaftlicher und privater Natur gebracht. Anzunehmen ist, dass Stimmen für die AfD am ehesten CDU und FDP fehlen dürften.

Erheblichen Einfluss auf das Ergebnis der Bundestagswahl 2009 hatte die miserable Wahlbeteiligung. Vor allem die SPD führte ihre schlechtes Ergebnis vor fünf Jahren auf das geringe Interesse in der Bürgerschaft zurück. Sie war aus der Großen Koalition unter Kanzlerin Merkel stark geschwächt hervorgegangen — auch im Kreis Viersen.

Zur Wahl aufgerufen sind rund 227 000 Bürger, denen sich neun Direktkandidaten und 22 Parteien anbieten. Die Wahllokale im Wahlkreis 111 sind von 8 bis 18 Uhr am Sonntag geöffnet. Im Forum am Kreishaus in Viersen, Rathausmarkt 2, laufen nicht nur die Fäden der Auszählung zusammen — Landrat Peter Ottmann ist Wahlleiter im Kreis. Dort sind ab etwa 18 Uhr auch alle interessierten Bürger willkommen. Üblicherweise treffen sich dort im Laufe des Abends auch die Kandidaten und Vertreter der Parteien zu ersten Analysen und Gesprächen. Parallel informiert der Kreis über die Ergebnisse im Bund und in der regionalen Nachbarschaft. FRAGE DES TAGES

(RP)