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Nettetal: Unterhaltsamer Spaß mit "Rubbeldiekatz" in Lobberich

Nettetal : Unterhaltsamer Spaß mit "Rubbeldiekatz" in Lobberich

Die Inszenierung arbeitete mit kurzen Szenen, ergänzt um rasche Fotofolgen des Facebook-Zeitalters.

"Rubbeldiekatz" ging die Komödie mit eben diesem Titel über die Bühne, als das Tourneetheater Thespiskarren in Zusammenarbeit mit der Comödie Dresden in der Werner-Jaeger-Halle gastierte. Die Inszenierung arbeitete mit meist kurzen Szenen, die ergänzt wurden um rasche Fotofolgen des Facebook-Zeitalters und viel Musik inklusive der damit verbundenen Gedankenketten.

Es war ein unterhaltsamer Spaß mit etlichen vorausschaubaren Elementen, wie auch Persiflage und Parodie. Als ideal erwies sich Alexander Martynows Bühnenbild mit schlichten Schiebeelementen, die in einer eigenen Choreographie Raumperspektiven veränderten, Projektionsfläche der Fotofolgen waren und ergänzt um Stoffbahnen Schattenspiele ermöglichten. Nach dem Erfolg von Detlev Bucks Film mit Matthias Schweighöfer in der Hauptrolle erlebte das Lobbericher Publikum nun hautnah die Geschichte um den erfolglosen Schauspieler Alexander Honk, der einer Idee seiner Brüder folgend als Frau verkleidet zum Casting geht, um eine weibliche Rolle in einem Hollywoodfilm über die Zeit des Nationalsozialismus zu ergattern. Es kommt, wie es kommen muss: Alex verliebt sich in die Hauptdarstellerin Sarah Voss, die glaubt, in seinem Alter Ego als Alexandra eine gute Freundin gefunden zu haben.

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Im Darstellerensemble der Travestie-Komödie war die attraktive und lebhafte Rosetta Pedone die einzige Frau und die einzige mit durchgehend gleicher Rolle. Als Ausbund an Verwandlungsfähigkeit mit Vorliebe für schräge Typen stellte sich Christian Kühn vor. Er verantwortet auch die Tourneefassung nach Max Giermanns Inszenierung für die Comödie Dresden. Als quirlig aufgedrehter Basti aus der Honk-Brüder-WG hatte er etwas von einem Freak. Rasant und urkomisch tauchte er in den Part des Hitler-Darstellers Jörg ein, der die Grenzen zwischen Realität und Bühnenfigur kaum noch zu unterscheiden vermag. Viele Lacher erntete er als schwuler Kostümbildner mit Hang zum überdreht Theatralischen. Wenn er als Moderator Tilo Ehrlich zum wiederkehrenden Slogan ansetzte, griffen die Besucher seine Worte im Chor auf. Oliver Geilhardt hatte ebenfalls etliche Charaktere im Darstellergepäck. Er war der leicht prollige Jürgen Honk, der cholerisch veranlagte Regisseur John sowie der dezent überkandidelte Schauspieler Thomas und damit Alexanders Nebenbuhler in der Gunst um Sarah Voss. Jan van Weyde jonglierte im Geschlechterswitch beim Film im Bühnenstück witzig mit der Angst, entlarvt zu werden, wie auch mit dem Groll des Eifersüchtigen. Auf der Bühne wurde er - natürlich frech überzeichnet, doch im Ergebnis erstaunlich gut - von den Brüdern optisch zur Frau gemacht. Beim Titel "Rubbeldiekatz" hatte sicherlich keiner eine Katze erwartet, doch mit dem Labradorrüden Jesper gab es doch tierischen Einsatz.

(anw)