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Nettetal: Ungepflegte Gräber "überleben" nicht

Nettetal : Ungepflegte Gräber "überleben" nicht

Die Stadt Nettetal betreibt insgesamt sieben Friedhöfe in mehreren Ortsteilen und mit diesen 3500 Wahl- sowie 1250 Reihen- und Doppelreihengräber. Hinzu kommen noch einige Rasengräber, die, anders als die anderen 4750, von der Stadt in Schuss gehalten werden.

Die Wahl- und Reihengräber müssen von den Mietern in Ordnung gehalten werden. Doch das klappt nicht immer. "Pro Jahr gibt es durchschnittlich 170 Gräber, die so ungepflegt sind, dass wir etwas unternehmen müssen", erklärt Heike Meinert, Sachgebietsleiterin Grünflächen der Stadt Nettetal. Das seien rund 3,5 Prozent aller Gräber.

Eine dichte Laubdecke, Knöchelhohes Unkraut, Weihnachtsgestecke, die noch im Sommer auf der Grabstelle stehen — all das führe dazu, dass sich Besucher des Friedhofes in Lobberich und die Mieter von Nachbargräbern beschweren. Daher werden einmal im Jahr alle 4750 Gräber auf allen sieben Friedhöfen kontrolliert. "Wir sind stolz auf unsere parkähnlichen Friedhöfe in Nettetal und möchten ein ordentliches Gesamtbild erhalten", erklärt Wilfried Das von der Friedhofsverwaltung.

Ist eine Grabstelle "verwildert", wird der Mieter ausfindig gemacht und angeschrieben. Drei Monate lang hat er dann Zeit, das Grab in Ordnung zu bringen. Ist er unauffindbar, werden die Gräber abgeräumt. "Das hat nichts damit zu tun, dass wir Platzmangel hätten", beteuert Heike Meinert. Meistens könne das Grab ohnehin nicht sofort weitervermietet werden, so Wilfried Das: "Wir müssen die Ruhezeit von 25 Jahren einhalten. Doch wir räumen die Gräber ab und säen Rasen aus, der ist leichter zu pflegen."

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Doch was geschieht mit den Pflanzen und Grabsteinen? "Pflanzen, die noch gut erhalten sind, verpflanzen wir im städtischen Bereich oder nutzen sie für Kriegsgräber", so Wilfried Das. Bei den Grabsteinen kommt es ganz darauf an: "Sind es denkmalähnliche Steine, Steine von Nettetaler Persönlichkeiten oder besonders kunstvolle, dann lassen wir sie stehen. Es gibt Mieter, die die Gräber dann für ihre Verwandten verwenden und die großen Steine gern trotzdem darauf haben", sagt Meinert.

Alle anderen Steine werden keineswegs wiederverwendet oder weiterverkauft. Sie landen stattdessen in einer Recycling-Anlage, werden gebrochen und dann als Rohstoff weiterverwendet. Jedoch für Trittplatten aus Naturstein findet die Stadt noch Verwendung: "Die werden genutzt, um sie zum Beispiel Kindergärten anzubieten, die damit eine Natursteinmauer bauen können", erklärt Wilfried Das.

Bei der Zahl der ungepflegten Grabstellen konnte in den vergangenen Jahren eine Zunahme festgestellt werden, erläutert Meinert. "Einige Leute geben ihr Nutzungsrecht, das sie 25 Jahre lang haben, vorzeitig auf. Die Stadt muss sich aber an die Ruhezeit halten und die Pflege für den dann gesäten Rasen übernehmen. Das wird auf den Mieter umgelegt. Gibt es keinen Mieter mehr, dann bleibt die Stadt — und damit die Allgemeinheit — auf den Kosten sitzen."

Die Gründe dafür, dass ein Grab nicht länger gepflegt wird, sind unterschiedlich, weiß Das: "Innerhalb der Familie wird nicht abgesprochen, wer verantwortlich ist, Leute verziehen oder können sich wegen ihres Alters oder aufgrund einer Krankheit nicht mehr kümmern, oder sie schaffen es aus beruflichen Gründen nicht."

(RP/rl)