Nabu-Naturschutzhof: Umweltministerium fördert Naturschutzhof

Nabu-Naturschutzhof: Umweltministerium fördert Naturschutzhof

Der Nabu-Naturschutzhof Nettetal ist vom Land als Regionalzentrum für Umweltbildung anerkannt worden. Die Förderung über voraussichtlich 50.000 Euro soll in die Jugendbildung fließen

Der Nabu-Naturschutzhof Nettetal ist jetzt anerkanntes Regionalzentrum für Umweltbildung. „Das NRW-Umweltministerium fördert zunächst für ein Jahr unsere beispielhafte Bildungsarbeit“, sagt Leiterin Wiebke Esmann. Die Förderung – beantragt sind rund 50.000 Euro – soll insbesondere der Umweltbildung für den Nachwuchs zugute kommen.

Auf Beispiele für bisherige Projekte stößt der Besucher auf dem Hofgelände allenthalben. So haben Schüler der katholischen Grundschule Lobberich die Vogel-Sonnenuhr aus Ton gefertigt. „Als außerschulischer Lernort können wir mit unseren Veranstaltungen in der Natur die Bildungsarbeit der Kitas und Schulen ergänzen“, sagt Esmann. Mit praktischen Beispielen möchte die Einrichtung am östlichen Ufer des Wittsees zeigen, wie man „mehr Natur in den Garten“ bringen kann. Beispiele sind Heil-, Duft- und Kräuterbeete, Nisthilfen für Vögel und Insekten ebenso wie Weidenhütten, Hochteiche und -beete sowie Apfellehrpfad oder Strohballenhaus.

Mittendrin auf dem zwei Hektar großen Gelände mit dem denkmalgeschützten Stemmeshof als Mittelpunkt haben die Hauptamtlerinnen Esmann und Christiane Bertrams mit etwa zehn ehrenamtlichen Helfern ein „Grünes Klassenzimmer“ eingerichtet. In und um die Holzhütte, die einer Libelle nachempfunden ist, führen die Naturschützer jährlich rund 250 Veranstaltungen durch. 70 bis 80 Prozent der Teilnehmer, so die Schätzungen, sind Kinder und Jugendliche. Dieses Potenzial, das weiter ausgebaut wird und mittlerweile aus allen Teilen des Bundeslands die Besucher anzieht, hat NRW erkannt und für förderwürdig erachtet.

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Der Naturschutzhof wurde 1985 aus einem Schweinekuhstall des Stemmeshofs heraus von Heinz Tüffers (80) und Heinz Maibaum (92) gegründet. Heute hat er rund 10.000 Besucher im Jahr. Mit Begleitung der Unteren Landschaftsbehörde des Kreises Viersen führt die Einrichtung des Naturschutzbunds (Nabu) Krefeld/Viersen bis zum heutigen Tag ökologische Pflegemaßnahmen durch. Heinz Tüffers‘ Herz schlägt einen Takt höher, wenn er Kindern und Jugendlichen am Teich die Fische, Kröten oder Molche erklären kann, die sich im Wasser tummeln. „Mein Steckenpferd sind die Wiesen“, sagt der Lobbericher. Insgesamt sieben Typen – von der Sandmagerwiese bis hin zum Wildkräutergrün – kultiviert der ehemalige Textilmeister auf dem Naturschutzhof.

Dem Nachwuchs und anderen Besuchern auf dem barrierefreien Areal soll vermittelt werden, wie schön die Natur ist – aber auch, dass es sich dabei um ein schützenswerten Gut handelt, das durch zivilisatorischen Eingriff bedroht ist. Heinz Tüffers zeigt auf einen der rund 100 Nistkästen, in denen sich früher Vögel wie Pirol und Nachtigall wohlgefühlt haben. Tüffers: „Es kommen immer weniger Vögel hierhin, weil viele Insekten weg sind und die Tiere kein Futter mehr finden.“