Nettetal: Umgang mit der Flimmerkiste

Nettetal: Umgang mit der Flimmerkiste

Medienexpertin Sigrid Meyer-Süsterhenn beriet Eltern im katholischen Kindergarten zum Umgang mit dem Fernseher. Fazit: Eltern haben es stets selbst in der Hand, wie ihr Nachwuchs mit dem Gerät umgeht.

Der Fernseher ist für Kinder eine Selbstverständlichkeit. Schon im Vorschulalter verbringen manche Kinder täglich mehrere Stunden vor der "Flimmerkiste". Die katholische Tageseinrichtung St. Sebastian ging jetzt mit Eltern und Medienexperten der Frage nach "Wie gehe ich mit der Flimmerkiste um?"

Dazu stellte Sigrid Meyer-Süsterhenn vom Medienzentrum des Kreises Viersen den Eltern zunächst eine Aufgabe: Sie sollten ihre Fernsehhelden von Gestern aufmalen. Ob Flipper, Lassie, Winnetou oder Heidi und Biene Maja — es kamen viele vom TV bestimmte Erinnerungen hoch.

Helden der Eltern

Leiterin Annette Gartz hatte die Unterstützung der Medienexpertin für den Abend gewonnen, zu dem mehr als ein Dutzend Mütter und Väter kamen. Sie schwelgten zunächst in Erinnerungen. Sie malten ihre Fernsehhelden auf und erstellten ihre Elternheldenleine. Die Kinder hatten dazu bereits vorher ihre Fernsehstars aufgemalt: Julian das "Schaf Shaun", Hannah "Lauras Stern" und "Zoes Zauberschuhe". So hing die Kinder-Heldenleine neben der Leine der Eltern.

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"Jeder hat Fernsehserien, die er gerne sieht", berichtete Sigrid Meyer-Süsterhenn. 30 Minuten Fernsehkonsum täglich sollten die kleinen Kinder jedenfalls nicht überschreiten. "Ganz wichtig ist, dass Sie sich das Programm mit den Kindern ansehen", riet sie, "sonst haben Sie keine Kontrolle, keinen Einfluss auf die Ängste der Kinder, für die Kinder ist Fernsehen eine aktive Sache".

Kinder im Vorschulalter sähen alle Figuren und Handlungen im Fernsehen als Realität an. "Sie sehen anders fern als Erwachsene, sie spielen im Rollenspiel diese Figuren nach", sagte sie. Eltern sollten sich über verschiedene Medien informieren. "Es muss nicht immer das Fernsehprogramm sein, auch Bilderbücher, Kassetten und CD sind Medien", erklärte sie. Am Besten sollten Eltern mit ihren Kindern eine gemeinsame Fernsehzeit vereinbaren. "Dann freuen sich die Kinder auf die Zeit", riet sie. Und sie mahnte: "Nicht das Fernsehen bestimmt den Tagesablauf.

Sollten Eltern feststellen, dass Kinder apathisch oder gar aggressiv auf bestimmte Fernsehsendungen reagieren, sollten sie sofort den Apparat abschalten und den Kindern erklären: "Das gucken wir nicht weiter". Den Eltern bot der Abend Gelegenheit, sich über die "Flimmerkiste" Gedanken zu machen. Er regte erfolgreich zum Austausch untereinander an.

(ivb)
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