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Nettetal: Umfrage: Das Leben in Breyell ist langweilig

Nettetal : Umfrage: Das Leben in Breyell ist langweilig

Die CDU hat rund 550 Antworten ihrer Befragung aus dem Frühjahr ausgewertet. Die meisten Bürger sind sehr unzufrieden.

Der CDU-Ortsausschuss Breyell hat eine zwiespältige Bilanz aus der Umfrage gezogen, die er im Frühjahr angeleiert hatte: "Breyell ist das Herz von Nettetal", aber das Leben im Kiependraegerdorf sei langweilig. Eine Erkenntnis dürfte aufschlussreich sein: Es gibt den Wunsch nach einer Stimme in Form eines Bürgervereins. Besonders verärgert sind die Breyeller darüber, dass die Treppe am Lambertimarkt seit zwei Jahren kaputt ist.

Die CDU Breyell hatte die bisher größte und umfangreichste Befragung einer politischen Kraft innerhalb Nettetals im Frühjahr in Gang gesetzt. 3000 Fragebögen wurden verteilt, außerdem bestand die Möglichkeit, sich im Internet zu beteiligen. Aus den Ergebnissen will die örtliche CDU Schlüsse für ihre politische Arbeit, unabhängig von Wahlterminen, ziehen.

544 Rückmeldungen gingen ein, berichtete der Ortsvorsitzende Holger Michels stolz. Die Auswertung stellte die Partei in einer offenen Mitgliederversammlung vor. Enttäuscht war Michels von der geringen Resonanz bei der Versammlung. Von 40 angeschrieben Vereinen waren nur drei vertreten, dazu kamen einzelne Bürger. "Man hat fast den Eindruck, als hätte sich Breyell abgeschrieben", sagte Michels bitter. Aus den Antworten ergebe sich eine Vorstellung, was sich ändern müsse. "Eine Vielzahl Breyeller fordert eine starke Stimme, also eine Art Bürgerverein."

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43 Prozent der Breyeller fühlt sich wohl im Ort, lediglich vier Prozent eher unwohl. 36 Prozent der Bürger von 60 bis 70 Jahren vermissen seniorengerechte Wohnungen, bei den über 70-Jährigen rutscht die Zahl auf 18 Prozent. Über die Hälfte der bis zu 60-Jährigen sind mit ihrer Wohnsituation zufrieden, aber 55 Prozent wären bereit, Breyell zu verlassen. "Hier geht es quer durch die Altersklassen", berichtete Uwe Seewald, der die Auswertung vorstellte. "Auch Ältere könnten sich den Wegzug aus Breyell vorstellen."

Etwa 90 Prozent der Antwortgeber sind mit den Möglichkeiten zufrieden, im Ort Lebensmittel einzukaufen. Höchst unzufrieden sind sie mit der Sauberkeit und dem Ortsbild allgemein. Die "Never-Ending-Story" um die kaputten Stufen am Lambertimarkt schlug auch in der versammlung Wellen, als Bürgermeister Christian Wagner verspätet eintraf. Der Ankündigung, dass die Reparatur beginne, folgte — nichts.

"Das ausführende Unternehmen lässt jetzt die Stadt hängen", berichtete er. Ein Trauerspiel sei auch der Zustand der Fußgängerzone, klagen viele Bürger. Philipp Hammanns als Vorsitzender des Werberings und Hubertine Kreuels, Vorsitzende des Verkehrsvereines, nahmen dies schweigend zur Kenntnis. Die CDU werde es nicht bei der einmaligen Umfrage belassen, sondern die Bürger weiterhin um Ideen bitten, kündigte Holger Michels an.

(ivb)