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TSV Kaldenkirchen sucht Übungsleiter und Betreuer

Betreuer und Übungsleiter gesucht : Vorsitzender des TSV Kaldenkirchen befürchtet Krise des Vereinssports

An Mitgliedern mangelt es dem Verein nicht, auch finanziell sei er gesund, hieß es bei der Jahreshauptversammlung. Ein großes Problem gibt es aber dennoch.

Der TSV Kaldenkirchen sei gut durch die dritte Phase der Pandemie gekommen, meinte Vorsitzender Paul Schrömbges bei der Jahreshauptversammlung des Vereins. Zwei Belege dafür: Der Klub habe inzwischen mehr Mitglieder als 2019 und nähere sich der 1800er-Marke; im vergangenen Jahr seien die Basketball- und die Tennisabteilung neu eröffnet worden. Gleichwohl ist nicht alles eitel Sonnenschein bei dem Kaldenkirchener Verein. „Unser Problem ist es nicht, Sportler zu gewinnen, sondern Betreuer und Übungsleiter zu finden“, sagt Schrömbges. Das liege an einem sich ändernden Berufsalltag und Freizeitverhalten, aber auch daran, dass viele Menschen sich nicht mehr zu einem Ehrenamt verpflichten wollten. „Um es deutlich zu sagen: Hier ist eine Krise des Vereinssports in Sicht“, sagt Schrömbges. 

Der TSV Kaldenkirchen braucht Betreuer für die Leichtathleten, Handballer und Fußballer benötigen für die vielen Mannschaften neue Helferinnen und Helfer. „Was wir bieten können, ist das Gemeinschaftsgefühl, das Miteinander vor, während und nach dem Sport – eben Sport im Verein und nicht alleine in der Muckibude“, sagt Schrömbges.

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Auf der Haben-Seite steht: Der TSV ist finanziell gesund. Und das bleibe auch so, wenn die Mitglieder ihren Beitrag zahlen, meint der Vorsitzende. Wenn es aus sozialen Gründen nötig sei, Beiträge zu reduzieren oder auszusetzen, könne man darüber sprechen. Schrömbges: „Wir lassen niemanden im Stich. Wir brauchen aber diese aktive Solidarität im Verein, um unsere gar nicht so kleine Maschinerie am Laufen zu erhalten – den Sportbetrieb ebenso wie die Sportanlagen.“

Die Jahnkampfbahn aus dem Jahr 1935 benötigt ständige Pflege und Erneuerung. Für den Unterhalt sind aus Vereinsmitteln nach Abzug der städtischen Zuschüsse Jahr für Jahr rund 40.000 Euro aufzubringen. Der Vorsitzende schilderte eine Reihe kleiner und großer Sonderprojekte: Der Torbogen wurde runderneuert; der Baumbestand macht viel Arbeit; für den Neubau des Gerätehauses steht die Finanzierung. Die Traglufthalle der Tennisabteilung benötigt eine neue Außenhaut. Im Juli nächsten Jahres wird der Kunstrasenplatz abbezahlt sein. Das Projekt Tartanbahn sei  nicht vergessen, auch der Bau einer Gymnastikhalle werde verwirklicht, kündigte Schrömbges an.

 „Vorstandsarbeit ist keine Arbeit, nach der man sich drängt“, sagt Schrömbges. Er wies darauf hin, dass sein letztes Jahr im Amt des Vorsitzenden bevorstehe. Daher gab er den Vereinskameraden mit auf den Weg: „Kümmert euch um einen Nachfolger oder eine Nachfolgerin.“