Nettetal Tomaten am Tropf

Nettetal · Rund zwei Drittel des gesamten Wasserverbrauchs weltweit entfallen auf die Landwirtschaft. Doch viele Landwirte setzen mittlerweile auf moderne Techniken, um Wasser zu sparen. Ein Beispiel aus Nettetal.

 Manfred Drießen baut in seinem Gewächshaus Tomaten an. In den Reihen zwischen den Pflanzen laufen Rohre, die die dünnen Bewässerungstropfe mit Wasser beliefern.

Manfred Drießen baut in seinem Gewächshaus Tomaten an. In den Reihen zwischen den Pflanzen laufen Rohre, die die dünnen Bewässerungstropfe mit Wasser beliefern.

Foto: Busch

Manfred Drießen gießt seine Tomaten mit dem Computer. Eine Messstation auf dem Dach seines Gewächshauses misst die Sonneneinstrahlung und leitet die Informationen an seinen Computer weiter. "Wenn es sehr sonnig ist, brauchen die Pflanzen natürlich mehr Wasser als an einem grauen Tag", sagt Drießen. So entscheidet sich der Gemüsebauer aus Hinsbeck dann, ob er seine Tomaten nur bis 14 Uhr oder doch bis 16 Uhr bewässern will.

 Die Tropfe gehen direkt in den Wurzelboden der Tomatenpflanze.

Die Tropfe gehen direkt in den Wurzelboden der Tomatenpflanze.

Foto: Busch, Franz-Heinrich sen.

Der Computer steuert eine Tropfbewässerungsanlage. "So erhält jede Pflanze nur genau so viel Wasser, wie sie braucht", erklärt Drießen. In jedem Pflanzenboden steckt ein Tropfröhrchen, das durch eine Leitung am Boden des Gewächshauses mit Wasser beliefert wird. Im Gegensatz zu einer Bewässerung durch Beregnung geht dabei weniger Wasser durch Verdunstung verloren.

"Wir müssen allerdings erst ein wenig zu viel Wasser geben, um die Wurzeln aktiv zu halten", so Drießen. Das überschüssige Wasser wird jedoch nicht einfach weggekippt, sondern recycelt. Es fließt zurück in drei riesige Tanks, die jeweils 6000 Liter fassen und wird dann wieder in das System eingespeist. So erreicht die Tropfbewässerung Effizienzraten von bis zu 95 Prozent.

Manfred Drießen arbeitet bereits seit 10 Jahren in seinen 1,25 Hektar umfassenden Gewächshäusern mit diesem System. Abgesehen von der Möglichkeit, Wasser einzusparen, sei die Tropfbewässerung auch die pflanzenfreundlichste Lösung. "Es ist wichtig, nur soviel zu geben, wie die Pflanze wirklich braucht", sagt Drießen. Gibt man zu viel Wasser, schadet man der Pflanze und schwemmt den Dünger aus.

Neben seinen Gewächshäusern baut Drießen auf seinen 15 Hektar Freiland auch Wirsing, Blumenkohl, Spitzkohl und Romanesco an. Dort nutzt er eine klassische Beregnungsanlage, bewässert aber zunächst nur zum Anwachsen der Pflanzen. "Wir verschwenden hier absolut kein Wasser", macht er klar. Auch auf dem Freiland gibt es mittlerweile modernste Bewässerungstechniken. So ist es zum Beispiel möglich, die Beregnunganlage per Handy an -und abzustellen.

(RP)
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