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Säugetiere im Kreis Viersen: Tierarten kehren zurück nach Nettetal

Säugetiere im Kreis Viersen : Tierarten kehren zurück nach Nettetal

Markus Heines vom Naturschutzbund sammelt seit einigen Jahren Daten und Fakten dazu, welche Säugetiere im Kreis Viersen leben. Er hat schon seltene Arten wie den Biber und die Mückenfledermaus nachgewiesen.

Hase und Igel hat wahrscheinlich jeder schon mal in der freien Natur gesehen. Neben ihnen sind im Kreis Viersen noch andere Säugetiere beheimatet. Markus Heines vom Naturschutzbund versucht, möglichst viele von ihnen zu erfassen. "Das ist bei ihnen allerdings schwieriger als bei Vögeln", erklärt Heines. "Vögel singen und werden allein dadurch schon sichtbar und erkennbar. Säugetiere sind dagegen meist nachtaktiv und oft schwer zu finden."

Heines hat mit Daten gefunden, die bis in das Jahr 1997 zurückreichen. Die meisten von ihnen waren aber eher dürftig. Nun wendet Heines verschiedene Methoden an, um weitere Arten zu finden. Er schaut, ob er das lebende Tier sehen kann, wertet Totfunde aus, sucht Spuren und Fraßreste. Außerdem erfasst er Meldungen von Bürgern und "Fotofallen". Seit 2005 versucht Heines so, die Datensätze zu verbessern und einen umfangreichen Überblick über Säugetiere im Kreis Viersen zu schaffen.

Heines Beobachtungen zeigen, dass sich beispielsweise der Bestand des Dachses erholt hat. Günstig hat sich wohl ausgewirkt, dass Fuchsbaue nicht länger begast werden. Sogar auf der Wildbrücke über die A 52 hat Heines Spuren des Nachttieres gefunden. Verbreitet ist der Dachs vor allem im Westkreis, östlich der Nette gab es nur Totfunde.

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Ein weiteres Tier, das im Kreis Viersen einen Lebensraum gefunden hat, ist der Waschbär. Ungewöhnlich findet Heines dagegen, dass er den Marderhund im südwestlichen Kreis nachgewiesen hat. Gesehen hat das Tier aber bisher niemand. "Das Vorkommen ist ungewöhnlich, weil der Marderhund in Polen und der Ukraine zu Hause ist. Im Osten des Kreises gibt es keinen Nachweis des Tieres", berichtet Heines. Der Marderhund bevorzugt feuchte Wälder und Gewässer als Lebensraum.

Zwei Nachweise kann Heines für die Mückenfledermaus liefern - einmal bei Kempen und einmal im Brachter Wald. Besonders ist an dieser Fledermaus, dass sie erst seit 1996 von der Zwergfledermaus abgegrenzt wurde.

Auch kleine Insektenfresser und Nagetiere wie die Schabrackenspitzmaus, Waldspitzmaus, Wasserspitzmaus, Kleinwühlmaus und Rötelmaus hat Heines bereits nachgewiesen. Über die Rur und die Maas ist der Biber in den Kreis Viersen eingewandert. "Im Kreis Viersen leben schätzungsweise zwölf Biberfamilien", meint Heines. Die meisten Tiere seien im Südwesten zu Hause. Aber auch nördlich des Wittsees wurde Biberfraß entdeckt. Heines glaubt, dass sich der Biber in fünf bis sechs Jahren bis an die Niers ausgebreitet haben wird.

Insgesamt hat Heines 46 Arten mittels 4700 Meldungen aufgelistet. Die A 61 bildet nach seinen Angaben eine natürliche Barriere.

Es bleibt nun abzuwarten, welchen Effekt die Wildbrücke an der Grenze zu Venlo haben wird. Möglicherweise werden bald wieder Fischotter, Graues Langohr oder die Gelbhalsmaus im Kreis Viersen leben, sie wurden bereits im Nationalpark Meinweg nachgewiesen. Sogar Luchs, Wolf, Rothirsch und Wildkatze könnten den Kreis Viersen in Zukunft durchwandern.

Heines ist überzeugt, dass die stetige Verbesserung bestimmter Lebensräume den Tieren die Rückkehr in angestammte Bereiche erleichtert.

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