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Nettetal: Team Nettetal im Finale in Indonesien

Nettetal : Team Nettetal im Finale in Indonesien

Die Schüler Marcel Niedrich und Fynn Simons stellen sich heute der Jury bei der World Robot Olympiad in Jakarta.

Heute heißt es Daumen drücken für Fynn Simons aus Lobberich und Marcel Niedrich aus Hinsbeck: Die Schüler des Werner-Jaeger-Gymnasiums stellen sich bei der "World Robot Olympiad" in Indonesiens Hauptstadt Jakarta der Jury. Sie präsentieren das Unesco-Welterbe Zeche Zollverein als Lego-Konstruktion; damit hatten sie die deutsche Ausscheidung in der Altersklasse bis zwölf Jahre gewonnen. Nun wollen sie natürlich Weltmeister werden.

"Wir haben die Zeche in kleinen Koffern verstaut", erklärte Fynn, zehn Jahre alt, kurz vor der Abreise in Lobberich. Eine Zeche in Koffern? "Doch, das geht. Wir haben die einzelnen Teile und Steine auseinandergebaut, sorgfältig verpackt, alles notiert und gefilmt", ergänzte Marcel, elf Jahre. Da kamen tausende Teilchen zusammen: Steinchen und Motörchen, Zahnräder und Laufbänder – gezählt haben die beiden die Einzelteile nie.

Von der Teilnahme in Jakarta hatten sie wohl im Frühjahr nicht zu träumen gewagt, als sie sich beim Verein "Technik begeistert" für die Teilnahme am internationalen Bildungsprogramm "World Robot Olympiad" (WRO) bewarben – und die Endausscheidung gewannen. Mit Lego-NXT-Steinen, intelligenten Prozessoren für Roboterbausätze, hatten sie die Zeche voll funktionsfähig nachgebaut: Bergwerk mit Förderturm, Lauf- und Fließbändern, Kohle und Flöze, Transportbänder Lastwagen – ein technisches Meisterwerk en miniature.

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Mit der Unterstützung von Sponsoren machten sich Mittwoch beide Familien via Amsterdam und Abu Dhabi auf nach Jarkarta. Im Großraumtaxi wurden die Koffer verstaut und später in den Flieger geladen: "Da kann eigentlich nichts passieren", hoffte Mutter Tanja Simons. Sie durfte als Coach des "Teams Nettetal" die jungen Tüftler gestern beim Aufbau ihres Werkes im Ocean Ecopark in Jakarta betreuen. Knapp hundert Teams aus aller Welt stellen sich in verschiedenen Kategorien und Altersgruppen dem Wettbewerb.

Nach der 25-stündigen Reise jedoch hieß es für beide Familien erstmal: ausruhen im Hotel. Donnerstag war ein freier Tag zur Stadtbesichtigung. Fynn wusste schon vorher: "Da ist es jetzt so 30 Grad warm und regnet viel." Am Freitag dann folgte der Aufbau in der Veranstaltungshalle: "Ein paar Stündchen werden wir brauchen", vermutete Marcel. Damit nicht genug: Vor der Jury muss jedes Team sein Werk präsentieren – auf Englisch. "Wir sagen dann erstmal: Hello!", kündigte Fynn an.

Nervös waren sie vor der Abfahrt "eigentlich nicht", auch beim Einstieg ins Großraumtaxi kam keine Hektik auf. Äußerlich. Und doch presste Marcel mitunter die Lippen zusammen, nickte, als wolle er sich Mut machen. Fynn lenkte sich ab, machte Späße, kniff die Augen zu, lachte dabei. Heute aber, da werden sie konzentriert bei der Sache sein, wenn's in Jakarta um die Entscheidung geht. Wie auch immer die Jury entscheidet, welchen Rang das Team Nettetal auch ergattert, Marcel stellte schon bei der Abreise klar: "Da überhaupt mitzumachen in Indonesien, das ist ein tolles Erlebnis, egal, welchen Platz wir machen."

(jobu)