Nettetal: "Susi" machte das Rennen

Nettetal: "Susi" machte das Rennen

Der Ferkesmarkt lockte am Wochenende die Besucher nach Lobberich. Eine der Hauptattraktionen war das Schweinerennen. Wer dem Trubel entfliehen wollte, konnte die Ruhezonen in der Alten Kirche nutzen.

An der Rennstrecke herrscht große Aufregung. Wer wird das Rennen wohl machen? Chrissy, Harry, Nobbi, Pitti und Susi haben große rote Zahlen von eins bis fünf auf dem Rücken — zur Unterscheidung. Beim Ferkesmarkt in Lobberich dreht sich alles um das "Schwein". Da darf das traditionelle Schweinerennen nicht fehlen.

Einige Meter weiter auf dem alten Marktplatz erklärt Norbert Backes, Vorsitzender des Lobbericher Werberings, was das Besondere am Ferkesmarkt ist. Ein Schwein nach dem anderen wird auf die Bühne getragen. "Sind das echte Schweine, Mama?", fragt eine Vierjährige. Die Mutter schüttelt lächelnd den Kopf. Die Schweine sind aus Kunststoff, und jedes ist anders: Angefangen beim Büstenschwein mit einem Nasenring, über ein gelbes Schwein mit Notenschlüsseln bis zum Tiger-Schwein ist alles dabei.

Erlöse an das Krankenhaus

"Das Mindestgebot für dieses Schwein ist 40 Euro", ruft Norbert Backes und zeigt auf das Schwein mit einer Bürste auf dem Kopf. Als der Hammer wenig später fällt, hat eine Frau das Schwein für 50 Euro ersteigert. Die Freude bei der Familie ist groß, die Tochter hat bei der künstlerischen Gestaltung auch mitgewirkt. "Die Erlöse kommen dem Nettetaler Krankenhaus zugute", sagt Backes.

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An der Rennstrecke werden derweil die Ferkel aus dem Hänger getrieben. Die acht Wochen alten Ferkel haben prominente Paten: Chrissy geht für Bürgermeister Christian Wagner ins Rennen, Harry für Ortsvorsteher Harald Post, Nobbi gehört zu Norbert Backes, Pitti zu Landrat Peter Ottmann und Susi zur Technischen Beigeordneten Susanne Fritzsche. Auch die Besucher haben auf ihr "Glücksschwein" gesetzt. "Im letzten Rennen hat Susi gewonnen", berichtet Michael van der Beek, der die kleinen Schweinchen betreut.

Die Kasse ist geschlossen, es geht los. Das Gitter wird aufgezogen, doch nicht jedes der fünf Schweine rennt los. Susi weiß, wo der prall gefüllte Napf steht und biegt schnell um die Ecke. Die Besucher feuern das Schwein an, auf das sie gesetzt haben. Wer Susi vertraute, darf sich freuen: Sie macht das Rennen.

Nach dem Spektakel versuchen drei Männer, die Vierbeiner einzufangen. Doch das ist gar nicht so einfach. Chrissy steht am Renngitter und weiß mit dem bellenden Hund nicht viel anzufangen. Schließlich schaffen es endlich vier Männer die Meute wieder zurück in den Hänger zu treiben. Dort können sie sich bis zum nächsten Rennen ausruhen. Ein witziger Spaß, der alle zwei Jahre beim Ferkesmarkt für gute Laune sorgt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ferkesmarkt in Lobberich

(RP)
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