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Stichwahl 2020 Nettetal: Deutlicher Sieg für den Grünen Christian Küsters

Stichwahl 2020 in Nettetal : Deutlicher Sieg in Nettetal für den Grünen Küsters

Nach 16 Jahren ist Christian Wagner (CDU) in der Stichwahl abgewählt worden. Er erhielt nur 31,8 Prozent, während Küsters, der Kandidat von SPD, Grünen und FDP, 68,2 Prozent auf sich vereinen konnte.

Es ist das erste Mal, dass in der Geschichte der Stadt Nettetal die CDU nicht den Bürgermeister stellt. Mit einer Zweidrittelmehrheit ging der grüne Newcomer Christian Küsters, gemeinsamer Kandidat des Ampel-Bündnisses von SPD, FDP und Grünen, bei der Stichwahl am Sonntag als Sieger hervor. Küsters ist damit der erste grüne Bürgermeister im gesamten Kreis Viersen. Der Wahlabend selber war kein spannender Krimi, auch keine Zitterpartie, denn gleich mit den ersten ausgezählten Stimmbezirken zeigte Küsters einen deutlichen Vorsprung. Und auch die 21 Prozent Briefwähler konnten das Ergebnis für Wagner am Ende nicht mehr drehen.

Den Ampel-Kandidaten Küsters wählten 10.260 Nettetaler, dem bisherigen Bürgermeister Wagner gaben 4.792 Nettetaler ihre Stimme. Die Wahlbeteiligung lag bei 43,2 Prozent. Im ersten Wahlgang lag die Wahlbeteiligung mit 48,7 Prozent noch etwas höher als bei der Stichwahl. Bei der Bürgermeisterwahl vor zwei Wochen kam Christian Wagner auf 37,5 Prozent, 6.336 Nettetaler gaben ihm seine Stimme. Wagner hat also bei der Stichwahl keine neuen Stimmen hinzugewonnen, sondern sogar verloren. Dagegen konnte Christian Küsters zulegen. Bei der Bürgermeisterwahl mit vier Kandidaten kam er auf 48,1 Prozent, das heißt, 8.126 Nettetaler wählten ihn. Bei der Stichwahl kamen über 2000 Stimmen hinzu.

„Heute beginnt ein neues Kapitel in Nettetal!“ Mit diesen Worten wandte sich Christian Küsters an alle Nettetaler. In einem ersten Statement dankte Küsters seinen Wählern für ihre „mutige Entscheidung“. Er freue sich sehr, für fünf Jahre jetzt Bürgermeister der Stadt Nettetal sein zu können. Er will das gemeinsam mit den Bürgern tun, weil ihm der Zusammenhalt in der Stadt wichtig ist. Er forderte alle Bürger auf, mit ihm ins Gespräch zu kommen, auch gerade die, die ihn nicht gewählt hätten. Nach der Wahl hofft Küsters, dass sich im neuen Stadtrat keine Lager bildeten. Als Bürgermeister will Küsters parteiübergreifend arbeiten und die Ideen aller Parteien aufgreifen. Erste Signale für eine Bereitschaft dazu habe er bereits empfangen.

Bürgermeister Wagner nannte das Ergebnis der Stichwahl eindeutig. Nach 16 Jahren als Bürgermeister an der Spitze der Stadt sei anscheinend der Wunsch übermächtig geworden, den Wechsel zu wagen. In seinen Amtszeiten sei viel erreicht worden, er gehe mit dem Gefühl, das Haus gut bestellt zu haben. Er selber sei gesprächsbereit, den Wahlsieger und künftigen Bürgermeister in die Verwaltungsgeschäfte einzuführen. Bis zur Amtsübergabe am 3. November, wenn der neue Stadtrat zusammenkomme, werde sich Wagner sehr zurücknehmen. Er dankte den Mitarbeitern in der Verwaltung für die gute Zusammenarbeit, ebenso den Parteifreunden von der CDU, die ihn im Wahlkampf unterstützt hätten. Das Bürgermeisteramt habe über 16 Jahre sein Leben geprägt. „Es war eine gute Zeit.“ Wagner will jetzt erst einmal innehalten und dann sich neu orientieren.