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Nettetal: Station vor der Genehmigung

Nettetal : Station vor der Genehmigung

Seit einigen Jahren kümmert sich das Städtische Krankenhaus Nettetal intensiv um Patienten, die nicht mehr lange zu leben haben. Im Krankenhausplan des Landes ist diese Station allerdings noch nicht ausgewiesen.

Was seit Jahren bewährte Praxis ist, soll nun offiziell im Krankenhausplan des Landes ausgewiesen werden: die Palliativstation im Städtischen Krankenhaus Nettetal — obendrein die einzige im gesamten Kreis Viersen. Einen entsprechenden Antrag hat das Haus jetzt an die Bezirksregierung gestellt, und die Vorsitzenden der Nettetaler Stadtratsfraktionen unterstützen dies mit einem Brief an Bezirksregierung und Landes-Gesundheitsministerium.

Rund 130 000 Euro Zusatzentgelt pro Jahr erhält das Krankenhaus seit zwei Jahren von den Krankenkassen für seine Palliativstation. Würde die Genehmigung nicht erfolgen, flösse dieses Geld ab dem kommenden Jahr nicht mehr. "Dann müssten wir genau hinschauen, in welchem Umfang wir das noch leisten könnten", sagt Chefarzt Dr. Michael Pauw.

Doch der Geschäftsführer des Krankenhauses, Jörg Schneider, ist zuversichtlich, dass die Bezirksregierung dem Ministerium empfehlen wird, dem Antrag zuzustimmen. Entsprechende Signale habe er von der Bezirksregierung erhalten. "Wir verfügen personell, räumlich und strukturell über alle Voraussetzungen", ist Schneider sicher.

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Schmerzen, Übelkeit, Luftnot, Angst oder Depression: Die Patienten, die auf der Palliativstation liegen, zeigen vielfältige körperliche oder psychische Beschwerden. Sie alle leiden jedoch an einer weit fortgeschrittenen Grunderkrankung und haben eine begrenzte Lebenserwartung. Um die Leiden zu reduzieren und die letzten Lebensmonate so erträglich wie möglich zu gestalten, wurde 2004 am städtischen Krankenhaus das Palliativteam gegründet.

Ärzte, Pfleger, Physiotherapeuten, Seelsorger und Sozialarbeiter kümmern sich seither um die Belange der Patienten — aber auch der Angehörigen, die die Kranken zu Hause pflegen. Denn dorthin soll es nach dem in der Regel ein- bis dreiwöchigen Aufenthalt im Krankenhaus wieder gehen. "Wir sind kein Hospiz", erklärt Ärztin Elsbeth Steinfort, Leiterin der Abteilung. Die Vernetzung mit dem ambulanten Bereich, also Hausärzten, Pflegediensten oder Selbsthilfegruppen, spielt daher eine große Rolle.

Im Jahr 2007 entwickelte sich aus dem Palliativteam eine Palliativstation, die nun bis zu sieben Patienten aufnehmen kann. Die hellen Zimmer sind besonders freundlich gestaltet, zudem gibt es einen Raum der Stille für Gespräche — oder auch Abschiede — sowie eine Teeküche. Auch die Angehörigen können bei Bedarf im Krankenhaus übernachten.

Bevor man vor zwei Jahren mit den Krankenkassen das Zusatzentgelt aushandelte, wurde die Palliativstation quersubventioniert. "Weil uns das Thema wichtig war, haben wir in Kauf genommen, dass die Station nicht kostendeckend gearbeitet hat", sagt Geschäftsführer Schneider. Nun hofft er, dass sein Haus durch die Ausweisung im Krankenhausplan Planungssicherheit erhält.

(RP)