Startschuss für das kommunalpolitische Praktikum in Nettetal

Bildung : Rendezvous mit der Politik

Erstmals haben Schüler in Nettetal die Möglichkeit, ein kommunalpolitisches Praktikum zu absolvieren. Bevor es startet, trafen sie in einem Speed-Debating auf Fraktionsmitglieder. Dabei haben sie viel erfahren

Sechs Schüler der zehnten Klasse sitzen jeweils zwei Kommunalpolitikern gegenüber. Sie haben drei Minuten Zeit, um einen Einblick in die verschiedenen Fraktionen zu bekommen und ihnen auf den Zahn zu fühlen. Das Speed-Debating ist die erste Veranstaltung für das kommunale Praktikum. Nach den Gesprächen können die Teilnehmer entscheiden, ob sie an dem Praktikum teilnehmen wollen oder nicht. Politiker aller Fraktionen, die im Rat der Stadt Nettetal sitzen, sind anwesend.

Als Vorbild dient das Kommunalpraktikum für Schüler in Viersen. Dort gibt es das Praktikum schon seit 2006. „Viele Teilnehmer sind auch nach dem Praktikum in der Politik geblieben“, erzählt Eric Jürgensen, der an der Organisation in Viersen beteiligt ist. In Nettetal gibt es das Praktikum nun zum ersten Mal. „Das Experiment startet“, sagt Bürgermeister Christian Wagner (CDU). Das Ziel dabei sei, die Kommunalpolitik in der Praxis kennenzulernen. „Genau hier werden alle Entscheidungen für Nettetal in Nettetal getroffen“, erklärt Wagner, „Nirgendwo sonst ist Demokratie so unmittelbar erlebbar.“ Neben der räumlichen Nähe sei die Teilnahme an der Kommunalpolitik für jeden möglich. „Die Beteiligten werden bei den Entscheidungen miteinbezogen. Auch wenn es Kinder oder Jugendliche sind“, sagt Wagner.

Um die Organisation haben sich Jugendpflegerin Jasmin Vögeler und Bildungskoordinatorin Heike Rose gekümmert. Sie sind zu den verschiedenen Schulen gegangen, um Interesse zu wecken. „Das ist natürlich auch immer eine Herzenssache“, sagt Vögeler, „Man braucht viel eigenes Interesse an Politik.“ Vera (15) will sich vor allem nach dem Venete-Projekt erkundigen und wissen, welche Vorschläge die Fraktionen haben. Für viele ist es die erste Auseinandersetzung mit der Kommunalpolitik. Jaqueline (15) hat sich schon in ihrer Freizeit politisch für Kinderrechte engagiert.

Die anwesenden Kommunalpolitiker von der CDU, SPD, den Grünen, FDP, WIN, und der Blauen Fraktion gehen positiv aus den Gesprächen. „Die Schüler mussten natürlich erstmal eine Hürde überwinden“, sagt Petra Prigge von der FDP, „aber dann sind sie auch auf aktuelle Themen eingegangen“. Die Schüler konnten in der Speed-Debating Runde viel erfahren. „Es hat Spaß gemacht“, sagt Malic (15), „Ich habe nachgefragt, was sie angetrieben hat, in die Politik zu gehen“. Für Sean (15) soll das Praktikum ein erster Einstieg in die Politik werden. Vor allem die CDU hat die beiden Schüler überzeugt. Wichtig bei der Veranstaltung sei, dass alles auf freiwilliger Basis geschehe, sagen die Organisatoren. Dieses Praktikum sei extra nicht in den schulischen Bereich durch Arbeitsgruppen oder ähnliches eingegliedert.

Alle Teilnehmer des Speed-Debatings konnten überzeugt werden, am Praktikum teilzunehmen und erste politische Erfahrungen zu sammeln.

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