Stadtwerke: Spannender Blick hinter die Kulissen des Wasserwerks

Lobberich : Spannender Blick hinter die Kulissen

Einmal sehen, wo das tägliche Trinkwasser herkommt: Diese Gelegenheit nutzten jetzt viele Kinder und ihre Eltern. Im Rahmen des bundesweiten Türöffner-Tages mit der Maus öffneten die Stadtwerke Nettetal ihr Wasserwerk.

Neugierig wandern die Kinderaugen über die große Schalttafel mit ihren Leuchtdioden, den farbigen Elementen und den Schaltern, die eine ganze Wand im Erdgeschoss des Wasserwerks der Stadtwerke Nettetal einnimmt. „Von hier aus kann das gesamte Wasserwerk gesteuert werden“, erklärt Catja Dyhr von der Deutschen Umweltaktion (DUA). Im Rahmen des Türöffner-Tages mit der Maus haben die Stadtwerke Nettetal zu Besichtigungstouren durch das Wasserwerk eingeladen.

In Kleingruppen aufgeteilt geht es jeweils durch die Anlage. „Wird hier das Wasser sauber gemacht?“, kommt eine Frage aus der 13-köpfigen Kinderbesucherschar. Dyhr schüttelt den Kopf. „Wir reinigen hier kein schmutziges Wasser, sondern fördern sauberes Wasser über Brunnen nach oben. Das ist das Trinkwasser, das ihr erhaltet, wenn ihr den Wasserhahn aufdreht“, erklärt sie und deutet auf eine Kunststoffröhre. Was in der Röhre auf einen Meter komprimiert zu sehen ist, sind die verschiedenen Erdschichten, durch die ein Bohrer für die Brunnen 100 Meter in die Tiefe gehen muss. Kies, Lehm, feiner Sand, Kohle – gemeinsam schaut man sich die Erdschichten an. „Das Wasser liegt in den Schichten dazwischen. Wir nehmen es aus 50 Meter Tiefe, weil das Wasser in den oberen Schichten nicht mehr so gut ist“, erklärt die Fachfrau.

Ein letzter Blick auf die Schalttafel, dann geht es ins eigentliche Wasserwerk hinein, wobei der Lärmpegel deutlich steigt. In den Räumlichkeiten mit den gewaltigen Tanks und den Rohrsystemen summt und brummt es kräftig. Dyhr macht am ersten Filter einen Stopp. „Was meint ihr, was genommen wird, um das aus der Tiefe hochgepumpte Wasser zu reinigen?“, möchte sie von den Kindern wissen. Linus schlägt Watte vor, indes Martin für Spülmittel plädiert. Doch weder der Sechs- noch der Siebenjährige liegen richtig. Das Wasser durchläuft Sand und Kies in den Tanks. Es geht über Treppen rauf und runter weiter.

Vor dem Rieslern, wo die Kohlensäure aus dem gefilterten Wasser geholt wird,  gibt es den nächsten Halt. Kindernasen drücken sich gegen das Bullauge, durch das in den Tank geschaut werden kann. An Rippen läuft das Wasser herunter. Wer möchte, kann zum Pappbecher greifen und einmal den Wasserhahn am unteren Ende der Anlage aufdrehen. Probieren ist angesagt. „Das ist kalt und lecker“, kommentiert Emily den Wassergenuss. Der Blick hinter die Kulissen der Trinkwasser-Produktion ist auf jeden Fall spannend.

Aber nicht  nur der Rundgang durch das Wasserwerk ist informativ. Was man im großen Wasserwerk über das Reinigen von Wasser mit Sand und Kies gelernt hat, setzt Carsten Schultz von der DUA im Kleinen um. In eine abgeschnittene Flasche hat er in den Flaschenhals Watte gepackt, damit das darauf gefüllte Sand-Kies-Gemisch nicht durchrutschen kann. Schultz gibt mit Erde versetztes Wasser auf das Gemisch. Unten tropft indes klares sauberes heraus. „Wie schmeckt das geklärte Wasser?“, möchte Schultz wissen und reicht die „Tropfflasche“ an den ersten Tester weiter. Oliver möchte probieren. Kopf in den Nacken und die Wassertropfen mit der Zunge auffangen, ist angesagt. „Lecker“, meint der Achtjährige. Paulina traut dem Ganzen indes nicht so. Dass unten sauberes Wasser herauskommt, kann die Sechsjährige zwar sehen, aber probieren möchte sie nicht. Sie hält sich lieber an den Bau eines Wasserkreislaufes. Mit Kies, Sand, Erde, Kressesamen und Wasser kann nämlich ein Wasserkreislauf in einem Schraubglas gebaut werden. Auf dem Weg erfahren die jungen Besucher, wie der Wasserkreislauf funktioniert und warum die Wassermenge auf der Erde immer gleich bleibt. Das interessierte die Erwachsenen ebenso.

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