Stadtbücherei Breyell lädt zu Liederabend

Liederabend in der Stadtbücherei : Ein ergreifender Brecht-Abend

Der Auftritt war ein muialisches Geschenk zum 30. Geburtstag der Bücherei.

In seiner Jugend war Thomas Büchel eifriger Benutzer der Breyeller Stadtbücherei. Jetzt wohnt der Gitarrist in Kopenhagen und kommt nur noch selten in seine alte Heimat. Da allerdings der Geburtstag seiner Mutter und die Nettetaler Literaturtage zeitlich zusammenfallen, nutzte der Veranstalter die Chance, ihn zu einem Auftritt in der Stadtbücherei zu verpflichten.

Zusammen mit der Sängerin Iris Romen und dem Pianisten Christian von der Goltz gab Büchel ein sehr schönes Konzert mit Liedern von Berthold Brecht, vertont von Kurt Weill und Hanns Eisler. „Mal mehr, mal weniger entfernt vom Original“, so Büchel, seien ihre Arrangements verfasst. Die stammten vom Pianisten des Trios und wurden dem Charakter der Lieder durchaus gerecht.

Insgesamt betonten sie etwas mehr das lyrische als das bissige Element. Unbekanntes und Bekanntes wurden in guter, abwechslungsreicher Mischung vorgetragen. Bekanntes gab es mit Titeln aus der Dreigroschenoper, unter anderem mit dem „Morgenchoral des Herrn Peachum“, der „Ballade von der sexuellen Hörigkeit“ und dem Barbarasong, der vom Nein und Ja in den erotischen Erfahrungen der Polly Peachum berichtet.

Ergreifend waren auch die Lieder über die Ermordung der Sozialistin Rosa Luxemburgs oder das zusammengebrochene Pferd, auf das sich die hungernden Berliner nach dem Ersten Weltkrieg stürzten.

Die drei Musiker verstanden sich auf ihr Metier; der eindrucksvolle Abend fand ein dankbares Publikum, das nicht mit Beifall geizte.