1. NRW
  2. Städte
  3. Nettetal

Nettetal: Stadt plant neuen Kindergarten

Nettetal : Stadt plant neuen Kindergarten

Am 1. August 2013 kann die Stadt die Quote von 32 Prozent für die Unterbringung von Kindern unter drei Jahren nicht erfüllen. Und es fehlen Plätze für Drei- bis Sechsjährige. Neu- und Erweiterungsbauten sind unausweichlich.

Die Stadt plant den Neubau einer Kindertagesstätte in Lobberich bis 2014. Außerdem will sie in Lobberich, Schaag und Hinsbeck jeweils eine Gruppe zusätzlich in bestehenden Tagesstätten einrichten. In Breyell wird der AWO-Kindergarten "Lummerland" von der Josefstraße ins Wohngebiet Speckerfeld umziehen. Bis zum 1. August 2013 wird die Stadt aber weder für Kinder über noch unter drei Jahren ausreichend Plätze anbieten können. Das Jugendamt führt zurzeit Gespräche mit Trägern, um die Lage zu entschärfen.

Seit dem Jahreswechsel ist die Stadt selbst zuständig für die Bedarfsplanung. "Wir haben noch einmal gerechnet und kamen zu anderen Zahlen, als wir sie vom Kreis erhalten hatten", berichtet Jugendamtsleiter Jochen Müntinga. Im U-3-Bereich beträgt in Nettetal die Ist-Quote aktuell 19,1, das Land setzt im Durchschnitt 32 Prozent an. Bis zum 1. August 2013 kann die Quote auf 25,4 erhöht werden. Es fehlen auch Kita-Plätze für Kinder von drei bis sechs Jahren. Das Jugendamt hat ermittelt, dass 130 Plätze für alle Altersgruppen fehlen.

Fehleinschätzung der Planer

Die von Prognosen abweichenden Quoten führt Müntinga auf eine generelle Fehleinschätzung der Planer zurück. "Die Kinderzahlen haben sich stabilisiert. Nettetal wird für geraume Zeit etwa 320 neugeborene Kinder jährlich haben. Auch Zuzüge tragen dazu bei", erklärt der Jugendamtsleiter. Auch die Annahme, man könne wegen der abnehmenden Geburtenzahlen Ü-3- gegen U-3-Plätze umtauschen, bewahrheite sich nicht.

Bedarf an Kindergartenplätzen gibt es besonders in Lobberich und in Schaag. Unter dem Arbeitstitel "Netteland" bereitet die Stadt den Neubau eines Kindergartens in Lobberich vor. Erster Beigeordneter Armin Schönfelder vertritt die Auffassung, dass er den Vorrang vor anderen Neubauplanungen erhalten müsse. Standort der Einrichtung könnte in oder an der Hauptschule sein, die demnächst ausläuft. Die Rechnung der erforderlichen Bau- und Erweiterungsvorhaben werde Nettetal "dem Land präsentieren", kündigt Schönfelder an.

Nahezu jedes Kind im Alter von drei bis sechs Jahren besucht in Nettetal einen Kindergarten. Unsicherheit besteht in der Einschätzung, wie viele Plätze für Kinder benötigt werden, die jünger als drei Jahre alt sind. Häufig entschieden Eltern sehr kurzfristig und spontan, ob sie ihr Kleinkind selbst betreuten oder in eine Einrichtung gäben, berichtet Müntinga. Aber er ist überzeugt, dass mit dem Angebot an Plätzen ohnehin die Nachfrage steigen wird. Solange sie keine ausreichenden Plätze anbieten kann, wird die Stadt auf die Tagespflege setzen. Erwogen wird die Bildung von "Groß-Tagespflegeplätzen" für bis zu neun Kinder mit zwei Erzieherinnen. FRAGE DES TAGES

(RP/ac)