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Stadt Nettetal verabschiedet Gleichstellungsplan

Nettetal : Das Rathaus wird immer weiblicher

Von den Stadt-Beschäftigten sind mehr als 50 Prozent Frauen. Nur ganz oben sind sie noch nicht angekommen.

Es gibt im Stadtrat eine interfraktionelle Arbeitsgruppe der Frauen. Und weil beim Thema Gleichstellungsbeauftragte so oft das Wort Gleichstellung fiel, kam flugs der Vorschlag auf, doch auch eine interfraktionelle Arbeitsgruppe der Männer zu gründen. Doch diese Idee wurde bei der Sitzung des Rates nicht mehr weiterverfolgt. Schließlich ging es um den Gleichstellungsplan für die Jahre 2020 bis 2023, den Gleichstellungsbeauftragte Nina Smets ausgearbeitet hatte. Im Haupt- und Finanzausschuss ausführlich vorgestellt, wurde der Plan nun im Stadtrat einstimmig beschlossen. Lob gab es explizit von Renate Dyck (SPD), es sei höchste Zeit, den Plan fortzuschreiben. Der letzte Frauenförderplan war im Juli 2011 für eine Laufzeit von drei Jahren beschlossen worden.

Der Landtag hat im Dezember 2016 das Gesetz zur Gleichstellung von Frauen und Männern novelliert. Das bedeutet auch für die Verwaltung der Stadt Nettetal, statt eines Frauenförderplans einen sogenannten Gleichstellungsplan zu erarbeiten. Diese Umbenennung bedeutet allerdings keine inhaltlichen Änderungen, wie Nina Smets selber in ihrem Vorwort anmerkt. Das Gesetz sieht vor, Frauen zu fördern, um bestehende Benachteiligungen abzubauen. Ziel ist auch, die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für Frauen und Männer zu verbessern. Dass Männer bei den Auszubildenden und in den Erziehungsberufen unterrepräsentiert sind, wird aber ebenso angemerkt.

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Was die einfachen Zahlen angeht, ist das Rathaus bereits mehrheitlich weiblich. Von 455 Stellen waren 245 mit Frauen und 210 mit Männern besetzt. Das entspricht einer Frauenquote von 53,8 Prozent. In der Kernverwaltung liegt die Frauenquote mit 64,4 Prozent sogar noch höher. 57,45 Prozent bei den Beamten im Rathaus sind Frauen, 65,42 Prozent bei den tariflich Beschäftigten und beim Nachwuchs sogar 68,18 Prozent. Hinzu kommt die Bongartzstiftung mit dem Kindergarten. Dort liegt die Frauenquote bei 89,29 Prozent. Umgekehrt sieht es beim Nettebetrieb aus. In den technischen Berufen inklusive Bauhof sind dort nur 17,8 Prozent Frauen tätig.

Interessant sind auch die Zahlen für Teilzeit und Vollzeitbeschäftigung. Im Rathaus gibt es 124 Teilzeitarbeitsverhältnisse. In 113 Fällen sind es Frauen. Inzwischen machten aber auch Männer von der Möglichkeit, Stunden zu reduzieren, Gebrauch. Während die Teilzeitquote bei den Beamten mit 10,64 Prozent relativ gering ist, steigt sie bei den Tariflich Beschäftigten auf insgesamt 38,75 Prozent.

Das Durchschnittsalter der Gesamtverwaltung liegt derzeit bei 43,09 Jahren (2010: 44,4 Jahre). Das Durchschnittsalter von Frauen und Männern ist dabei in etwa identisch. 52 von 455 Beschäftigten sind bereits 60 Jahre und älter, werden somit in den kommenden fünf Jahren in den Ruhestand wechseln. Nina Smets rechnet mit einer hohen Fluktuation in allen Bereichen.

In den letzten drei Jahren (2016-2018) gab es im Rathaus 74 Höhergruppierungen, Bewährungsaufstiege und Beförderungen. Diese verteilen sich auf 42 Prozent Frauen und 58 Prozent Männer. Bei den Beamten jedoch waren bei zehn Beförderungen sieben Frauen betroffen. Bei den Beamten liegt der Frauenanteil bei 58 Prozent, 2010 lag er noch bei 49 Prozent.

Bei den Wahlbeamten hat die Technische Beigeordnete Nettetal Ende 2018 verlassen. Die Stelle wurde nicht neu besetzt. Die Verwaltungsspitze ist rein männlich aufgestellt. Im höheren Dienst gibt es keine Frauen in den Besoldungsgruppen A 16, A 15 und A 14 und eine in A 13 leitender Dienst. Unter vier Beschäftigten ist eine Frau, ein Viertel. Im gehobenen und mittleren Dienst liegt die Frauenquote jeweils bei 60 Prozent.

(hb)