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Stadt Nettetal hat in Coronakrise 120 mobile Arbeitsplätze geschaffen

Arbeiten in Nettetal : Corona beschleunigt mobiles Arbeiten

Für die Verwaltung hat die Stadt Nettetal kurzfristig 120 Stationen für Mitarbeiter geschaffen. Sie können außerhalb des Rathauses arbeiten. Das hat geholfen, den Betrieb während der Corona-Krise aufrecht zu erhalten und zu verbessern.

Die Corona-Krise hat der Entwicklung des mobilen Arbeitens bei der Stadt Nettetal einen enormen Schub gegeben. Eigentlich waren 50 Arbeitsplätze außerhalb des Rathauses geplant, mit einem Vorgriff auf die Pläne für die nächsten Jahre konnte die Zahl von 120 Plätze kurzfristig erhöht werden. Jetzt zieht Erster Beigeordneter Michael Rauterkus eine zufriedene Zwischenbilanz. Für die Bewältigung der Corona-Krise sei die Verwaltung bisher bereits gut gerüstet gewesen. Dadurch hätte die Arbeitsfähigkeit der Verwaltung in den vergangenen  Wochen im Grundsatz aufrechterhalten werden. Für die Bürger bedeutet das, weniger Ausfälle und Wartezeiten in Kauf nehmen zu müssen. Die Arbeit in der Verwaltung läuft weiter rund, auch wenn die Besuchsmöglichkeiten für Bürger im Rathaus ausgesetzt oder auch jetzt nur sehr eingeschränkt möglich sind.

Mit Beginn der Corona-Pandemie im März musste für die Verwaltung schnellstmöglich eine Strategie entwickelt werden, um kurzfristig einem Großteil der Mitarbeiter abwechselnd die Arbeit im Homeoffice oder mobil zu ermöglichen. Das Rathaus ging diese Herausforderung in vierfacher Weise an. Um einen gesicherten Datentransfer zu gewährleisten, wurden 100 verschlüsselte USB-Sticks beschafft. Die Möglichkeiten, mobil mit Tablets und Smartphones zu arbeiten, wurden wesentlich ausgebaut. Die Hardware kann auch nach der Corona-Krise in der Verwaltung eingesetzt werden. Die Offensive für Homeoffice und mobiles Arbeiten war für Mitte 2020 für 50 gleichzeitige Nutzer geplant. Dazu wurde eine Virtual Desktop Infrastruktur geschaffen. Kurzfristig konnten zusätzliche Kapazitäten geschaffen werden, auch wenn die neu geplanten und bereits bestellten Server noch nicht geliefert wurden. Über ein Virtual Private Network hat das Kommunale Rechenzentrum Niederrhein (KRZN) Möglichkeiten geschaffen, auf das Netz der Stadt von außen zuzugreifen. Da nach Darstellung der Verwaltung keine Notebooks auf dem Markt verfügbar waren, haben Schulen mit ihren Notebooks ausgeholfen, die nach und nach an die Schulen zurückgegeben werden müssen.

Bürgermeister Christian Wagner (CDU) nannte das Projekt Mobiles Arbeiten, nicht aber Homeoffice. Der Grund sei die Arbeitsstättenverordnung, die den Arbeitgeber bei Homeoffice mehr in die Pflicht nehme, diese Arbeitsplätze zu kontrollieren. Mit einer deutlich enger gefassten Definition stellt der Gesetzgeber klar, dass beruflich bedingte „mobile Arbeit”, etwa das gelegentliche Arbeiten mit dem Laptop von zu Hause, das ortsungebundene Arbeiten im Café oder unterwegs im Zug, nicht vom Anwendungsbereich der Arbeitsstättenverordnung erfasst wird. Dagegen gilt die Bildschirmarbeitsverordnung auch für Telearbeitsplätze zu Hause. Die Stadt hat dazu auch eine Stellungnahme des Personalrates eingeholt.

Eine andere wichtige Frage, die man leicht vergisst, betrifft die Lizenzen für Software. So legte die Stadt Wert darauf, dass die Maßnahmen während der Corona-Krise auch in das Konzept zum mobilen Arbeiten passen. Beschafft und bestellt wurden nur Dinge, die nachhaltig auch nach der Krise die Möglichkeiten der Verwaltung wesentlich erweitern. Die 120 Arbeitsplätze können auch anschießend noch in der Verwaltung eingesetzt werden.