Nettetal: Stadt könnte 155.000 Euro sparen

Nettetal : Stadt könnte 155.000 Euro sparen

Die Stadt Nettetal verheizt Steuergelder. Ein neues Gutachten listet mehr als 70 Energiesparmaßnahmen für städtische Gebäude auf. Die jährlichen Einsparmöglichkeiten bei den Energiekosten wären enorm

Mal kommt kalte Luft durch ein defektes Fenster ins Klassenzimmer, mal bildet ein Glasbausteinfenster eine Kältebrücke, dann liegen Heizungsrohre ohne Dämmung auf der Wand, es klappert eine nicht isolierte Tür oder die Beleuchtung ist alt - 71 kleine und größere Reparatur- und Erneuerungsmaßnahmen listet die Aachener Adapton Energiesysteme AG in einem Gutachten auf. Sie hatte städtische Gebäude auf Verbesserungen beim Klimaschutz untersucht. "Vieles kann recht einfach behoben werden", meinte Gutachter Ralf Weber, der die Ergebnisse in der Sitzung des Betriebsausschusses präsentierte. Rund 155.000 Euro pro Jahr könnten eingespart werden.

"Da müssen wir erst durchforsten und sortieren", meinte die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche angesichts des kleinen Gutachtenberges: Für 13 der untersuchten 18 Gebäude liegt jeweils ein bis zu zwölf Seiten langer Steckbrief mit detaillierten Beschreibungen vor. "Das wird eine gewisse Zeit dauern", dämpfte sie schnelle Hoffnungen auf die Umsetzung. Der Nette-Betrieb werde einen Zeitrahmen erarbeiten und die Investitionen mit dem Wirtschaftsplan abgleichen.

Die Untersuchung der Schul- und Kindergartengebäude ist Teil des städtischen Klimaschutzkonzeptes. Ziel ist es, den CO2-Ausstoß zu verringern. Zwei Drittel des Energieverbrauchs, so die Gutachter, gehen auf das Konto Heizung, knapp ein Drittel geht auf Strom und nur zwei Prozent auf Wasser.

Am Werner-Jaeger-Gymnasium verursachen veraltete Leuchtstoffröhren einen höheren Energieverbrauch. Foto: Siemes

Um eine Reduzierung von rund 37 Prozent zu erreichen, wurden Schwachstellen definiert. Zu denen gehören zugige Fenster ebenso wie fehlende Dokumentationen: "Es gibt kein kontinuierliches Energiemanagement", so Weber. Auf der Grundlage der nun erarbeiteten Daten müsste das aber in Zukunft möglich sein.

So heißt es etwa für das Werner-Jaeger-Gymnasium: "Es sind veraltete T8-Leuchtstoffröhren mit ineffizienten Vorschaltgeräten eingebaut. Diese weisen gegenüber modernen T5-Leuchtstoffröhren einen höheren Energieverbrauch auf. Im Schadensfall ist beim Einatmen des Leuchtstoffes (etwa Argon/Quecksilberdampf) eine Gesundheitsbeeinträchtigung möglich." Empfohlen wird der Einbau von LED-Leuchten oder -Leuchtmitteln. Das werde rund 21.000 Euro kosten, doch schon im ersten Jahr werde der Etat um 3500 Euro entlastet. Allerdings kann es sein, dass bei der Neuinstallation der Beleuchtung weitere Kosten für eine neue Decke entstehen. So haben die Gutachter einen zeitlichen Rahmen von drei bis fünf Jahren vorgegeben.

an der Buschstraße in Kaldenkirchen wird seit 1969 genutzt. Foto: Das Gebäude der Gemeinschaftsgrundschule

Theoretisch errechnete Weber eine Einsparsumme von 223.000 Euro jährlich, die er aber auf 155.000 Euro reduzierte, da nicht alles machbar sei. Vieles sei in der Startphase aber schon mit kleinen Mitteln zu bewerkstelligen: "Die Hausmeister stehen in den Startblöcken", meinte der Gutachter. Mit deren Einsatz würden sich die Kosten bereits um 40.000 Euro reduzieren. Bei der Elektrotechnik ist die Zählerausstattung in den 18 untersuchten Gebäuden "vergleichsweise gut", an der Beleuchtung müsse gearbeitet werden.

(mme)
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