Nettetal: Stadt kann alle Grundschulen erhalten

Nettetal : Stadt kann alle Grundschulen erhalten

Weil es aber im Schulverbund Kaldenkirchen/Leuth mächtig kriselt, hat der Schulausschuss die Entscheidung über den Schulentwicklungsplan vertagt. Er wird zu einer Sondersitzung zusammenkommen, ehe der Stadtrat tagt.

In den kommenden Jahren wird es weiterhin neun Grundschulen in den sechs Nettetaler Stadtteilen geben. So sieht es jedenfalls der Schulentwicklungsplan für die Grundschulen vor, den der Schulausschuss jetzt diskutierte. Die Entscheidung über den Plan fällt Anfang November der Stadtrat. Unmittelbar vorangeht, vermutlich am selben Tag, eine Sondersitzung des Schulausschusses.

Das ganze Konstrukt steht auf sehr wackeligen Beinen. Auf dem Papier werden alle Vorgaben des Schulministeriums erfüllt – das betrifft die Anzahl der Schüler die die Anzahl der Klassen, die insgesamt im Stadtgebiet gebildet werden dürfen. Aber manche Prognose geht vermutlich nicht über den Blick in eine Kristallkugel hinaus.

Jeweils zweizügig fortgeführt werden aller Voraussicht nach in den kommenden fünf Jahren die beiden Grundschulen in Lobberich und die Gemeinschaftsgrundschulen in Kaldenkirchen und Breyell. Die Grundschule in Schaag ist stabil einzügig. Verwirrend waren Aussagen über die Aussichten der Grundschule in Hinsbeck, die lange mit dem jahrgangsübergreifenden Unterricht und der Aufnahme behinderter Kinder als stabil galt. Die beiden Fachberater für Grundschulen, Horst Gerlach (GGS Breyell) und Anke Paukovic (KGS Hinsbeck) äußerten sich sehr überrascht darüber, dass seit der Schulleitertagung am vergangenen Montag bis Donnerstag plötzlich Zahlen in der Planung verschoben worden waren. Kein Politiker fragte nach, um diese Ungereimtheiten aufzuklären.

Tilman Bieber vom Beratungsunternehmen Komplan beleuchtete ausführlich die Situation der Breyeller Grundschulen. Erneut begleiteten Eltern und Kinder der KGS Breyell die Sitzung des Ausschusses und demonstrierten für den Erhalt ihrer Schule. Doch der liegt nicht in Händen der Stadt als Schulträgerin oder der Bezirksregierung als obere Schulaufsicht. Die Gesamtzahl der Schüler darf nicht dauerhaft klar unter 92 Kindern insgesamt sinken. Dann wird die Schule geschlossen. Sie könnte als katholischer Teilstandort der benachbarten GGS fortgeführt werden. Im Klartext: Nur wenn sich in Breyell in jedem Jahr mindestens 24 Eltern in Breyell für die KGS entscheiden, hat sie eine eigenständige Zukunft. Dieses Ziel verfehlt sie zurzeit deutlich, die Anmeldungen liegen unter 20 Kinder pro Jahrgang. Der Schule wird angeraten, sich ein Profil zu verschaffen, das wieder mehr Breyeller Eltern bewegen könnte, ihr Kind dort anzumelden.

Der Beschluss über den Schulentwicklungsplan wurde aufgeschoben, weil der Schulverbund Kaldenkirchen/Leuth mächtig unter Druck steht. Es gibt Unstimmigkeiten in der Schulkonferenz vor allem über die Ausgestaltung des jahrgangsübergreifenden Unterrichts. Die Rede ist von angefochtenen Protokollen und Vorwürfen gegenüber der Schulaufsicht, sie wolle Leuth doch noch als Standort loswerden. Gespräche sollen Klarheit bringen.

(RP)
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