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Nettetal: Stadt: Genügend U-3-Plätze für alle

Nettetal : Stadt: Genügend U-3-Plätze für alle

Nettetal hat etwas, wovon viele Eltern in anderen Städten träumen: Genügend Kita-Plätze für die unter Dreijährigen. Am Ingenhovenweg in Lobberich baut die Stadt eine neue viergruppige Kita. Sie bietet 70 Plätze, davon zwölf im U-3-Bereich.

Seit gestern besteht der Rechtsanspruch auf einen Betreuungsplatz für Kinder unter drei Jahren. In vielen Kommunen kam es dabei zu Problemen, genügend Plätze zu diesem Zeitpunkt bereitzustellen. Nicht so in Nettetal: "Bei den unter Dreijährigen sind alle Kinder in Nettetal versorgt. Wir bieten zurzeit 210 U-3-Plätze an, weitere 56 stehen im Rahmen der Tagespflege bereit", sagt Heiko Brodermann von der Jugendhilfeplanung der Stadt Nettetal. "Da sich voraussichtlich noch mehr Menschen für die Tagespflege ausbilden lassen, wird die Zahl der Plätze weiter ansteigen." Auch für die Betreuung der über Dreijährigen ist Brodermann zuversichtlich. "Der Bedarf liegt bei 988 Plätzen, 973 können wir bereitstellen. Eine Abweichung von 15 Prozent ist vom Gesetzgeber gestattet." Zudem würden einige Kitas, wie St. Peter in Hinsbeck, St. Anna in Schaag und die Kita Purzelbaum in Kaldenkirchen, noch umgebaut.

Auf einer Fläche von 800 Quadratmetern entsteht derzeit am Ingenhovenweg in Lobberich die neue Kindertagesstätte, die zum 1. Januar 2014 ihren Betrieb aufnehmen soll. Vorgesehen sind vier Gruppen, davon drei mit integrativem Charakter — dort werden auch Kinder mit Behinderung aufgenommen. Die Trägerschaft übernimmt Schloss Dilborn — Die Jugendhilfe.

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Eine Gruppe von 20 Kindern (davon sechs unter drei Jahren) wird bereits ab dem 12. August auf dem Gelände betreut. Und zwar in einer ehemaligen Hausmeisterwohnung, die sich neben der Baustelle befindet. "Im Januar, wenn im Neubau der Kindergartenbetrieb aufgenommen wird, zieht diese Gruppe in das neue Gebäude", sagt Heiko Brodermann. In der Kita sollen einmal 70 Kinder Platz finden, davon sind zwölf Plätze für unter Dreijährige geplant. Die Gruppengröße wird in den integrativen Gruppen mit Rücksicht auf die Kinder mit Behinderung geringer ausfallen. Ebenso werden beim Gebäude spezielle Anforderungen erfüllt, wie beispielsweise ein Therapieraum sowie eine gepflasterte Außenfläche, auf der sich die Kinder mit dem Rollstuhl sicher bewegen können. Auch die Auffahrt wird barrierefrei angelegt. Die Kosten sollen rund 1,72 Millionen Euro betragen.

Obwohl erst Mitte Mai mit den Bauarbeiten begonnen wurde, stehen nun schon die Wände. "Mit dem Holzbau haben wir am Montag vergangener Woche begonnen", sagt Architektin Stefani Kremer. Sie entschied sich aus mehreren Gründen für eine Holzkonstruktion: "Man kann so besonders schnell bauen, und durch das Holz wird das Raumklima angenehm", sagt Kremer. In den Wänden befindet sich ein Gemisch zur Wärmedämmung, das auch aus wiederverwertetem Zeitungspapier besteht. Im Gebäude wird eine Anlage zur Komfortbelüftung eingebaut. "Auf diese Weise besteht ein Luftaustausch, sodass im Winter nicht durch die Fenster gelüftet werden muss", erklärt Rudolf Ucher, Leiter Immobilienmanagement bei Nette-Betrieb.

Die Heizungsanlage besteht aus einer Luft-/Wasserwärmepumpenanlage. "Außerdem werden die Räume mit Fußbodenheizung ausgestattet", sagt Architektin Stefani Kremer. Das Gebäude soll Ende des Jahres fertiggestellt sein. FRAGE DES TAGES

(RP)