Nettetal: Stadt bereitet sich auf Jubiläum vor

Nettetal: Stadt bereitet sich auf Jubiläum vor

Vier Fraktionen fordern von der Verwaltung schnelleres Handeln statt neuer Konzepte

Fein herausputzen möchte sich die Stadt zum Jubiläum "50 Jahre Nettetal" im Jahr 2020. Neben etlichen Veranstaltungen, für die eine Arbeitsgruppe aus Politik und Verwaltung nun Vorschläge sammelt und berät, sollen einige geplante Baumaßnahmen endlich fertig werden und das Stadtbild verschönern. Doch ob es dazu kommt, da haben die vier Fraktionen von CDU, SPD, Grünen und FDP erhebliche Bedenken: "Wir haben den Eindruck, kurz vor der Umsetzung einzelner Projekte wird alles wieder ein neues Konzept gegossen", kritisierte Hans-Willy Troost (FDP) im Haupt-, Finanz- und Wirtschaftsförderungsausschuss am Mittwoch.

Eine lange Liste legten die vier Fraktionen vor mit Projekten, die nach dem Stadtentwicklungskonzept und den Leitzielen 2015plus auf ihre Umsetzung warten: Entwicklung des Gewerbegebietes Venete in Kaldenkirchen und Gestaltung des Lambertimarkts in Breyell, Neugestaltung Bahnhof Kaldenkirchen und Gestaltung Ingenhovenpark in Lobberich gehören etwa zu den knapp 20 Vorhaben, die zum Teil schon 2014 auch durch Vorschläge von Bürgern skizziert wurden. "Wesentliche Maßnahmen", heißt es in dem Papier, seien "noch nicht umgesetzt worden".

Die Verwaltung will zunächst mithilfe eines neuen "Integrierten Handlungskonzeptes" Projekte "auf Fördermöglichkeiten überprüfen und dann umsetzen", sagte die Technische Beigeordnete Susanne Fritzsche. Dabei soll ein externer Gutachter behilflich sein. Fritzsche verwies auf den Ausschuss für Stadtplanung am 6. März: Dort wird laut Tagesordnung das Planungsbüro "StadtUmBau" aus Kevelaer ein integriertes Handlungskonzept für den Ortskern Breyell vorstellen und darlegen, dass nur Kommunen mit einem solchen Konzept Aussicht auf die Bewilligung von Fördermitteln haben.

  • Leichlingen : Handlungskonzept für Witzhelden auf den Weg gebracht

Viele Ausschussmitglieder indes sorgten sich, die Umsetzung von Vorhaben könne sich weiter verzögen: "Wenn Bürger fragen, was ist denn jetzt passiert, dann können wir doch nicht sagen: Wir haben ein neues Konzept", meinte Guido Gahlings (Grüne). So drängten die vier Fraktionen auf rasches Handeln - Renate Dyck (SPD): "Wir wollen konkret aufgelistet wissen, was für welchen Stadtteil in Angriff genommen werden kann, damit wir von der Politik entscheiden können." Entsprechend beauftragte der Ausschuss die Verwaltung, einen "strukturierten Maßnahmenkatalog" zur Entscheidung vorzulegen.

Zwar warb Bürgermeister Christian Wagner (CDU) für das integrierte Handlungskonzept, um öffentliche Fördermöglichkeiten für Kommunen ausschöpfen zu können. Aber Jürgen Boyxen (CDU) ergänzte mahnend: Dem Eindruck, "da gebiert ein Konzept das nächste", müsse letztlich konkretes Handeln gegenübergestellt werden: "Will nicht der Bürger endlich mal was Fertiges in Stein und Beton sehen?"

(jobu)