Nettetal: SSV beharrt auf Fachzentrum für Sport

Nettetal : SSV beharrt auf Fachzentrum für Sport

Der Stadtsportverband diskutierte den geplanten Betrieb gewerblicher Art und die Aufwendungen für die Hallennutzung.

Der Stadtsportverband (SSV) bleibt beim geplanten "Fachzentrum für den Sport" auf Kurs. In einer Klausurtagung diskutierte der SSV-Vorstand mit Bürgermeister Christian Wagner und Sportdezernent Armin Schönfelder das Vorhaben. Ziel ist es, eine hauptamtliche Kraft einzustellen. Mit den Fachwarten für die Sportarten beriet der Vorstand außerdem über Änderungen bei Stadtmeisterschaften.

Das "Fachzentrum für den Sport" soll die ehrenamtliche Tätigkeit im SSV ablösen. Vorsitzender Willi Wittmann hat angekündigt, nur noch bis zum Verbandstag im Frühjahr 2015 zur Verfügung zu stehen. "Es ist unter den heutigen Gesichtspunkten kaum mehr möglich, die Aufgabenfülle und vor allem auch die Verantwortung eines Stadtsportverbandes in alten Strukturen fortzusetzen", sagte Wittmann im Gespräch mit der Rheinischen Post.

Dazu gehört unter anderem die Entwicklung eines Bedarfsplans, auf den der Vorstand sich mit der Verwaltungsspitze einigte. Der SSV soll Grundlagen über die Sportstätten erarbeiten, aus denen hervorgeht, ob die vorhandenen Anlagen ausreichen. "Wir werden ermitteln, ob Anlagen geschlossen werden können oder auch ob welche neu errichtet werden sollten", erklärt Wittmann.

Anfang Dezember werden die Jugendleiter der Sportvereine sich mit dem Jugendamt zusammensetzen, um Möglichkeiten der Zusammenarbeit auszuloten. "Unter anderem wird daran gedacht, dass der Sport in Kooperation mit dem Jugendamt Ferienspiele ausrichten kann. Außerdem soll über Förderrichtlinien und Grundlagen wie Führungszeugnisse für Übungsleiter beraten werden", berichtet der SSV-Vorsitzende.

Ein weiterer Schwerpunkt der Arbeit wird das Sponsoring sein. "Es wird in Kürze ein erstes konkretes Gespräch geben, nach der Kommunalwahl soll es eine weitere Beratungsrunde geben", sagte Wittmann. Unter anderem wird es darum gehen, ob und in welcher Form städtische Tochtergesellschaften wie die Stadtwerke und die Baugesellschaft sich in das Sponsoring einbringen könnten.

Schwer im Magen liegt dem Sport immer noch der künftige Betrieb gewerblicher Art. "Für uns sind da immer noch sehr wichtige Fragen ungeklärt. Wir wüssten gern, ob die Hallennutzung demnächst als Gebühr oder als Hallenmiete eingeordnet wird. Sollte es eine Miete sein, wird das für die Vereine steuerlich relevant", erläutert Wittmann. Das Misstrauen in den Vereinen sei unverändert groß, ob das der Einstieg werde, um die Gebühr oder Miete demnächst vollständig und ohne Ausgleich auf sie abzuladen. Am 13. November wird man sich zu weiteren Beratungen im Rathaus zusammensetzen.

Auf Anregung von Alfred Thönnessen wird sich der Nettetaler Sport kurzfristig auch mit der Frage befassen, ob die Stadtmeisterschaften in einzelnen Sportarten verändert werden. "Man möchte die Wettkämpfe attraktiver für die Sportler machen und vor allem auch mehr Zuschauer anlocken. Wir haben seit Jahren die Abläufe nicht verändert", umschreibt Wittmann das Ziel der Gespräche.

(RP)
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