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Nettetal: Sport vor ungewisser Zukunft

Nettetal : Sport vor ungewisser Zukunft

In Nettetal wird in Kürze ein neues Förderkonzept diskutiert. Öffentliche Zuwendungen fließen immer spärlicher. In den Verbänden beginnen bereits intensive Vorbereitungen darauf, sich eine finanzielle Basis zu sichern.

Mit unverkennbarer Unruhe blickt der Stadtsportverband (SSV) auf das künftige Sportförderkonzept der Stadt. Während allenthalben Mittel gekürzt werden und Sponsorengelder weit weniger üppig fließen, kostet der Sportbetrieb die Vereine sehr viel Geld. "Wir stehen vor einer ungewissen Zukunft", fürchtet SSV-Vorsitzender Willi Wittmann.

Seit Monaten wird das Konzept vorbereitet, das Erster Beigeordneter Armin Schönfelder gerne am 9. November im Sportausschuss verabschieden lassen will. Schriftlich liegt bisher nichts vor. "Die Zeit für Beratungen wird knapp", meint Wittmann. Er will in der kommenden Woche in der Stadtverwaltung vorsprechen. Denn am 15. Oktober läuft die Frist ab, binnen der sich Sportvereine zu geplanten Investitionen in den kommenden Jahren äußern sollten.

"Das hat auch einige Unruhe gebracht. In der Vergangenheit haben wir Anträge nach Eingang abgearbeitet und mit den Vereinen vorab größere Investitionen diskutiert. Jetzt ist eine vergleichsweise große Anzahl von Anträgen gestellt worden — fast ein wenig so, als gebe es Torschlusspanik", sagt Wittmann. Dem SSV fehle nicht nur eine schriftliche Beratungsvorlage, er habe auch die Übersicht über die Vereinsvorstellungen verloren.

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Viele Baustellen

Der Sport ist im Augenblick auf vielen Baustellen unterwegs. Wittmann ist Vorsitzender des Fußballkreises Kempen-Krefeld. Hier stellt er ein gewaltiges und manchmal kaum erklärbares Gefälle in der Finanzkraft von Vereinen fest. Traditionsvereine müssen sich mächtig strecken, um ihren Spielbetrieb finanzieren zu können. Andere, einst graue Mäuse, verfügen plötzlich über so viel Geld, dass sie sich teure Spieler leisten können.

Wittmann verfolgt solche Entwicklungen mit Sorge. "Vereine begeben sich in die Abhängigkeit eines oder weniger Sponsoren. Dreht da jemand den Geldhahn zu, trifft das einen Verein bis ins Mark. Das geht angesichts der hohen finanziellen Verpflichtungen mitunter bis an die Existenz." In den Nettetaler Kleinvereinen Lötsch oder Leutherheide sieht ein Vorbild, wie es dauerhaft gesund zugehen kann: Die leben mit der Bevölkerung und deren Möglichkeiten. Da ist es langfristig egal, ob man B- oder A-Liga spielt. Der Verein geht nicht an unkalkulierbaren Abenteuern zugrunde."

Einige Stufen höher balgen sich die großen Verbände ums Geld. Der Landessportbund möchte gerne alle Verbandsbeiträge zentral einziehen und dann auf Verbände verteilen. "Der DFB wird das niemals mitmachen", sagt Wittmann.

Der Fußballverband Niederrhein muss beispielsweise rund 14 Millionen Euro in die Sanierung seiner Sportschule in Duisburg-Wedau stecken. Die Fußballer haben längst andere Pläne: Sie planen die Gründung einer eigenen Lottogesellschaft. "Das wäre das Ende einer bisher solidarischen Verteilpolitik. Aber vielleicht will man das alles so..."

(RP)