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Nettetal: Spektakuläre Sprünge bei Skaterwettbewerb

Nettetal : Spektakuläre Sprünge bei Skaterwettbewerb

Auf der Anlage "Am Sandfeld" in Kaldenkirchen zeigten Jugendliche ihre Tricks. Die Organisatoren freuten sich über regen Zuspruch, bemängeln aber den schlechten Zustand der Anlage. Die Politik verspricht Hilfe.

Das letzte Training vor dem großen Auftritt: Immer wieder klettern Niklas und Basti die Halfpipe hinauf, um sich dann mit dem Skateboard die Rampe hinab zu stürzen. Schließlich soll der Sprung beim Wettkampf perfekt funktionieren. Schon zum dritten Mal findet die Skaterjam auf der Anlage "Am Sandfeld" in Kaldenkirchen statt.

"Heute ist viel mehr los als bei den letzten Malen", sagt Niklas etwas nervös und zeigt auf die Zuschauer. Bei strahlendem Sonnenschein liegen die Fans im hohen Gras und blicken gebannt auf die Skateranlage. Spektakuläre Sprünge und akrobatische Stunts zeigen die Skater schon beim Warmfahren, doch ihre endgültige Performance lassen sie noch nicht erkennen. "Unser Bestes zeigen wir natürlich erst im Wettkampf", erklären die beiden 15-jährigen einstimmig.

Skaten stellt für sie eine wahre Lebenseinstellung dar. Jeden Tag nach der Schule schnappen sich Niklas und Basti ihre Boards und probieren mit Freunden neue Tricks aus. "Leider gibt es in Nettetal zu wenig gute Skateranlagen für die Jugendlichen. Auch diese hier in Kaldenkirchen bräuchte einen neuen Untergrund", bemängelt Streetworkerin Marie-Luise Hellekamps, die der Skaterszene in Nettetal bei jeglichen Anlässen zur Seite steht.

Der raue Boden stört die Skater beim Fahren, da auch geringe Unebenheiten über die kleinen Rollen auf das Board übertragen werden. Aber viel schlimmer sei die Verletzungsgefahr, sagt Hellekamps. Bei einem Sturz komme es auf diesem Boden sofort zu Schürfwunden und Verletzungen. "Einige lokale Politiker haben uns jetzt Verbesserungen versprochen und wollen den Boden erneuern", freut sich Sebastian Lorenz. Gemeinsam mit seinem Bruder Daniel Lorenz organisiert der 24-jährige den Skaterwettkampf. So zeigen sie den Politikern, dass die Anlage von vielen Jugendlichen tatsächlich genutzt wird.

Über eine große Lautsprecheranlage erklärt Sebastian Lorenz noch einmal alle Details für den Wettkampf. In 90 Sekunden muss jeder Teilnehmer seine Tricks in einer Performance unterbringen. Eine dreiköpfige Jury entscheidet, welche Skater auch noch einmal im Finale um den Sieg fahren dürfen.

Als Bastis Name aufgerufen wird, schlendert er lässig zum Startpunkt und beginnt seinen spontanen Auftritt. Ohne große Überlegungen nutzt er Hindernisse und Rampen, um sein Können auf dem Skateboard zu zeigen. Ganz so entspannt wie sein Freund ist Niklas nicht. "Ich habe mir genau überlegt, welche Tricks ich der Jury und den Fans präsentieren möchte", erklärt Niklas entschlossen.

Die Fans bewundern und applaudieren beiden leidenschaftlichen Skatern, aber nur Niklas kommt ins Finale. "Das ist überhaupt nicht schlimm. Skaten bleibt weiterhin meine Lebensphilosophie", sagt Basti und ist stolz, dass alle Fans von seinem Auftritt begeistert waren.

(mat)