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SPD-Mitgliederversammung in Nettetal: Zwei Stimmbezirke nachbesetzt

Kommunalwahl in Nettetal : Corona sorgt für einen anderen Wahlkampf

Bei der SPD-Mitgliederversammlung wurden zwei Wahlbezirke nachbesetzt. Annalena Rönsberg aus Viersen stellte sich als Landratskandidatin im Kreis Viersen vor, Udo Schiefner berichtete aus Berlin.

Die Kommunikation mit den Bürgern ist in Corona-Zeiten schwieriger geworden. Renate Dyck, Vorsitzende der SPD-Fraktion, fehlt die Möglichkeit, in Kneipen bei einem Glas mit anderen ins Gespräch zu kommen. Am meisten erfahre sie gerade bei der Kommunikation auf dem Friedhof, berichtete sie auf der Mitgliederversammlung der SPD Nettetal. Die Orstvorsitzende Tanja Jansen hatte dazu in den Saal der Gaststätte zur Mühle in Kaldenkirchen eingeladen. Nötig war die Versammlung, weil die Wahlkreise 404 und 414 nachbesetzt werden mussten. In einem Fall hatte der Kandidat einen Rückzieher gemacht, im anderen war der Wahlbezirk noch vakant. So wählen die 20 stimmberechtigten Mitglieder Hermann Reinhard Meissner (404) und Norbert Schneider (414) einstimmig.

Tanja Jansen führte gut gelaunt und straff durch die Sitzung, ohne Diskussionen abzuwürgen. Die am 23. Mai mit hundert Prozent der Delegierten gewählte Landratskandidatin Annalena Rönsberg nutzte die Versammlung, um sich in Nettetal den Genossen vorzustellen. Die 33-jährige Politikwissenschaftlerin berichtete von ihrem sozialdemokartischen Elternhaus. Mit 16 trat sie bei den Jusos ein und wurde Mitglied der SPD. Vor 15 Jahren zog sie mit ihrer Familie nach Viersen, wo sie sich im Stadtrat engagiert. Soziales, Gesundheit und Stadtentwicklung sind ihre Themenfelder. In der Kreispolitik will sie sich um die digitale Schule und eine bessere Mobilität kümmern. Für das Amt des Landrates schweben ihr eine Moderatorenrolle und eine bessere Partnerschaft mit den Kommunen im Kreis Viersen vor. Als Negativ-Beispiele für mangelnde oder einseitige Kommunikation in der Vergangenheit nannte sie die Themen Kreisarchiv, Müllumladestation Kaldenkirchen und Burg Kempen.

Kreisvorsitzender Udo Schiefner schaut nüchtern auf den kommenden Wahlkampf. Er werde unter besonderen Bedingungen stattfinden, die Corona-Vorgaben mit Mindestabstand und Schutzmasken ließen Wahlkampf an Infoständen oder an Haustüren nicht zu. So müsse man den Wahlkampf anders führen. Auch gehe es nicht darum, vielseitige Wahlprogramme zu drucken, sondern Themenfelder beispielhaft aufzuführen. Schiefner nannte die Situation von Alleinerziehenden und das Sicherheitsgefühl von Senioren. Bei der Sonntagsfrage im ZDF-Politbarometer liege die SPD im Bund bei aktuell 15 Prozent, die CDU bei 39, die Grünen bei 20. Schiefner appellierte an die Genossen, trotz der „nicht dollen Umfragewerte“ selbstbewusst in den Wahlkampf zu gehen. Wenn Merkel nicht mehr kandidiere, würden die Karten neu gemischt.

In der Diskussion sagte Fraktionsvorsitzende Renate Dyck, sie vermisse die Unterstützung der Gastronomie und befürchte ein Kneipensterben. Wenn die Säle schließen müssen, gingen auch Kultur und Brauchtum den Bach runter.